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Kata – Aus dem Kampf/ Für den Kampf

Sensei Fugazza ist mit seinen mittlerweile 60 Jahren einer der erfahrensten Karatetrainer Europas. Seit nunmehr 43 Jahren ist er Schüler von Shihan Hiroshi Shirai in Mailand. Auf seinen Lehrgängen vermittelt er Karate, so wie er es gelernt hat, ohne Schnörkel und nutzlose Bewegungen, effizient und effektiv. Akribisch geht er auf die genauen Bewegungsabläufe ein, wird es nicht müde, seine Schüler zu korrigieren und auch genau zu erklären, warum eine Bewegung genau so und nicht anders ausgeführt werden soll. Immer geschieht das sehr anschaulich mit Hilfe eines Beispiels aus dem Bunkai. 

Dass die Katas aus dem Kampf entstanden sind, erklärt er. Dass sie quasi als Matrizen von den Meistern weitergegeben wurden und deshalb nicht verändert werden sollten, da sonst viel von der Bedeutung verloren gehe. Man müsse das in der Kata Verborgene suchen, da hier oft nur eine Seite gezeigt wird. Deshalb sei es wichtig auch ura zu üben, um die tiefere Bedeutung zu erkennen. Man müsse viel mehr Anwendungen üben, da man so das Verständnis  für die Kata vertiefe, welches sich nicht durch das einfache Üben des Ablaufes erschließe. Man führe die Kata sofort ganz anders aus, wenn man auch die Bunkai dazu kenne und übe.

Natürlich darf auch die ein oder andre Anekdote aus seinem langen Karateleben nicht fehlen. Zum Beispiel erklärte er, dass er die letzte Drehung der Heian Sandan bis zum zweiten Dan (gefühlt bis gestern) in zwei Schritten machen musste. Shihan Shirai bestand deshalb darauf, da man erst, wenn man den Körper so gut beherrscht, dass man in der vollen Bewegung an exakt diesem Punkt stoppen kann, diese Drehung ohne Zwischenschritt machen darf. Ansonsten macht man die Drehung nur komplett, weil man nicht in der Lage ist, genau an diesem Punkt anzuhalten.

Sensei Fugazza packt viel Information in einen Lehrgang hinein, versucht so viel wie möglich zu vermitteln. Deshalb kann es schon vorkommen, dass er neben verschiedenen Kombinationen mit entsprechendem Bunkai noch zwei Katas im Oberstufentraining zeigt, wie hier die Kanku Dai und die Gojushiho Sho. Er riss an, wie viele verschiedene Möglichkeiten es gibt, alleine die erste Technik der Kanku Dai anzuwenden, zu der oft gar kein Bunkai gezeigt wird. Er zeigte anhand dieser Kata, wie schnell man sich viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten erschließen kann.

Natürlich weiß er, dass man dies nicht alles an einem Tag erlernen und umsetzen kann. Immer wieder betont er, wie viel Praxis nötig ist, um alleine einen Zuki korrekt auszuführen. Aber wenn man regelmäßig das übt, was man behalten hat, versteht man langsam aber sicher, wie und ob eine Anwendung funktionieren kann. Beim nächsten Mal wird es dann schon wesentlich leichter, mehr mit nach Hause zu nehmen. Wer seine Lehrgänge regelmäßig besucht, kann dann irgendwann auch die Weiterentwicklung des Bunkais mit verfolgen. So wie er sagt, der Inhalt ist immer der Gleiche, man geht nur immer tiefer. So kann auch eine Heian Shodan eine große Herausforderung für einen Dan-Träger darstellen, da dieser sie selbstverständlich auf seinem Niveau üben und zeigen muss.

Wir freuen uns auf die Fortsetzung im nächsten Jahr, wenn er am 17.November wieder bei uns einen Lehrgang gibt und zu Pfingsten den Großmeister Shirai nach Germersheim begleitet.

Sabine Eisenhauer, Pressewart SKA Germersheim

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Zuletzt aktualisiert am 29.01.2012 11:14 Uhr

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