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Bericht vom Lehrgang mit Patrick McCarthy in Haßloch  

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 „Zurück zum Ursprung – Karate als Kampfkunst“

 Persönliche Eindrücke zum Lehrgang am 29.05.2010 mit Hanshi Patrick McCarthy

Patrick McCarthy. Einer der hochrangigsten nichtasiatischen Martial Arts-Lehrer der westlichen Welt. Der am 4. Dezember 1954 geborene Kanadier hat Lehren effektiver Selbstverteidigung von Karate-Pionieren jahrzehntelang erforscht, analysiert und daraus schließlich ein eigenes Kampfsystem entwickelt - Koryu – Uchinadi. Übersetzt bedeutet dies „Alter Stil (Koryu) der Hand (di) aus Okinawa (uchina)“.

Da ich dieses System seit knapp 1 ½ Jahren erlerne, war eine persönliche Begegnung mit dem Begründer dieser Kampfkunst natürlich eine ganz besondere Erfahrung.

Bereits einen Tag vor dem offiziellen Lehrgang fand speziell für unsere Mitglieder ein kleines, zweistündiges Privattraining statt. Zu Beginn stellte sich Hanshi McCarthy insbesondere für die Neuzugänge unseres Vereines vor. Weiterhin teilte er die Schwerpunkte und Ziele des Lehrganges mit. Da McCarthy leider kein Deutsch spricht, hielt er die gesamte Veranstaltung in der englischen Sprache ab.

Nach dem traditionellen Angrüßen wurde auch schon mit dem Aufwärmtraining begonnen. Mit Hilfe eines Trainingspartners wurden durch effektive Übungen sämtliche Körperpartien gedehnt und gelockert. Die zuvor gemachten Sorgen wegen eventuellen Verständigungsproblemen, bzw. ob ich  allen Anweisungen richtig Folge leisten könne, durfte ich getrost bei Seite legen. Der Sensei führte zur Klarstellung alle Übungen mit seinem Schüler Renshi Olaf Krey genauestens vor. Während den Übungen behielt er stets ein Auge auf die Trainierenden.

Im Anschluss folgten nun Selbstverteidigungstechniken, wie etwas das Blocken und der gleichzeitige Konter von Schlägen und die Befreiung aus Haltegriffen. Auch der Spaß kam bei dieser Trainingseinheit nicht zu kurz. Der Sensei betonte stets, dass mit lockerer und lustiger Atmosphäre viel bessere Trainingsergebnisse erzielt werden können.

Mit nach vorne gebeugtem Oberkörper und den Blick zum Boden gerichtet mussten wir uns nun ca. 10 Mal um die eigene Achse drehen. Ziel dieser Übung war es, nachdem jedem etwas schwindelig zu Mute war, sofort einen klaren Kopf zu bekommen und kampfbereit auf Angriffe zu reagieren. Sowohl die Sinne, als auch die allgemeine Reaktionsfähigkeit konnten so geschult werden. Darauf folgten nun noch diverse Befreiungs- und Hebeltechniken am Boden.

Zum Abschluss dieses Abends wurden nun noch einige Fotos von der Gruppe aufgenommen und natürlich traditionell abgegrüßt.

Am nächsten Tag begann nun um 10:00 Uhr der offizielle erste Teil des Lehrganges. Cirka 120 interessierte Karateka kamen von Nah und Fern angereist, um einen Einblick in die vielen verschiedenen, eindrucksvollen Techniken des Koryu-Uchinadi gewinnen zu können. Auch hier begrüßte der Sensei zu Beginn die gesamte Mannschaft. Bernd Otterstätter ergriff ebenfalls die Gelegenheit um sich für das zahlreiche Erscheinen bei Allen zu bedanken.

Ziel dieses Tages war es, einen mir bisher noch nicht bekannten Zwei-Personen-Drill, der im Stand ausgeführt wurde, zu erlernen. Die Rolle des „Angreifers“ bzw. des „Verteidigers“ wurde zwischen den Partnern stets getauscht. Bei diesem Drill ging es darum, sich sämtliche wirkungsvolle Angriffs- bzw. Verteidigungstechniken anzueignen. Schlag-, Block-, Hebel-, Würge-, und Befreiungstechniken waren im Allgemeinen die Bestandteile. Der aus etlichen Einzeltechniken bestehende Drill, wurde zum besseren Verständnis in viele Abschnitte unterteilt. Jeder Abschnitt wurde auch hier vom Sensei und seinem Schüler Olaf Krey genau vorgeführt.

Immer wieder betonte und veranschaulichte McCarthy, dass die doch so streng festgelegten Technikausführungen innerhalb der verschiedenen Karate-Stilrichtungen, im Grunde nach, alle den gleichen Zweck verfolgen. Man solle über den „Tellerrand hinaussehen“ und die Techniken so ausführen, dass sie möglichst auf einen realistischen Kampf übertragen werden können. Nachdem so ziemlich alle Köpfe der Trainierenden auf Grund der hohen Informationsflut qualmten, wurde die Pause eingeleitet.

Dank der freiwilligen Einsätze unserer Vereinskolleginnen und Kollegen konnte eine gut organisierte Verköstigung der Teilnehmer stattfinden. Im Anschluss arbeiteten wir wieder gestärkt an dem Drill weiter, bis wir schließlich die Techniken im Stand einigermaßen beherrschten.

Nach der zweiten Pause wurde die Gruppe in zwei Bereiche aufgeteilt. Eine Gruppe nahm an dem Bo-Jutsu-Training teil, die andere Gruppe hatte die Gelegenheit, den zuvor einstudierten Zwei-Personen-Drill zu verfeinern und zu intensivieren.

Um 17:00 Uhr war nun der erste Teil des Lehrganges abgeschlossen. Nachdem sich Hanshi Patrick McCarthy für die gute Mitarbeit bedankte, fand auch hier das gemeinsame Abgrüßen statt. Aus zeitlichen Gründen konnte ich leider am zweiten Lehrgangstag nicht teilnehmen. Durch meine Vereinskollegen wurde mir jedoch berichtet, dass dieser genauso spannend und erlebnisreich war, als der Erste.

Meines Erachtens war dieser Lehrgang eine sehr gute Möglichkeit, erste Eindrücke zu gewinnen auf was das System Koryu-Uchinadi im Eigentlichen abzielt. Die Trainierenden werden mit den gewöhnliche Angriffen physischer Gewalt in Berührung gebracht und nach einiger Übungszeit in die Lage versetzt, spontan und kreativ auf solche Angriffe zu reagieren. Die Person Patrick McCarthy hat diese Veranstaltung durch seine menschliche und humorvolle Art positiv beeinflusst. 

Bereits jetzt freue ich mich auf die weiteren Kenntnisse, die ich mit Koryu-Uchinadi erlernen werde. Koryu-Uchinadi bereichert durch seine moralischen, philosophischen und historischen Aspekte, die zur Selbstprüfung auffordern und die dieses System so zu einer verständlichen einzigartigen Übung machen.

Matthias Heil, 1. JJJKC Haßloch

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Zuletzt aktualisiert am 03.07.2010 12:24 Uhr

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