Archiv | Suchseite | Sitemap | Impressum

 

 

Webvisitenkarten   Magazin   Gästebuch   Forum   Links   Download

Home | Präsidium | Termine | Vereine | Prüfungswesen | Landeskader | Jugend | Frauenkarate | Breitensport | Krokoyama-Cup | JuniorCup

Bericht vom Bunkai Jutsu Lehrgang mit Bernd Otterstätter in Traben-Trarbach   

Ebene zurück / Up

 

Bunkai Jutsu Lehrgang in Traben-Trarbach

Am 04. Juli war es wieder soweit, der 3. Bunkai Jutsu Lehrgang fand in Traben-Trarbach statt. Hauptreferent war wieder Bernd Otterstätter, 5. Dan, der Karate nicht als traditionellen japanischen Kampfsport zeigte, sondern die Urform das alte okinawanische Karate-Do, den Weg der chinesischen Hände.

Bunkai Jutsu geht über das elementare, sportlich orientierte Bunkai weit hinaus. Im elementaren Bunkai werden immer noch Karatetechniken gegen Karatetechniken angewandt und viele Hinweise in der Kata, wie Winkel, Drehungen und kleinste Bewegungen nicht richtig für eine Selbstverteidigungssituation interpretiert. Im Bunkai Jutsu erfolgt eine korrekte Anwendung des Karate gegen typische Angriffe im Ernstfall, unter Berücksichtigung aller Details der Kata. Solche Bunkai Jutsu Lehrgänge sind noch sehr selten und man kann diese an einer Hand abzählen. Während seines Trainings erklärte Bernd auch die Hintergründe der Unterschiede zwischen dem modernen japanischen Karate, das heute überwiegend praktiziert wird, und der alten Kampfkunst Karate, bevor es den Weg nach Japan fand. Karate bestand auf Okinawa aus Kata, Atemi Waza (schlagende, stoßende und tretende Techniken), Torite (Techniken des Kontrollierens wie Shime Waza (Würger und Strangulierungen) und Tuite Waza (Griffe in den Körper, Hebel und Vitalpunktstimulationen)), Tegumi (Ringertechniken wie Ukemi Waza(Falltechniken), Nage Waza (Wurftechniken)und Ne Waza(Techniken am Boden)), sowie Kobudo (Waffentechniken). Ins japanische Karate fanden nur die Kata, sowie die Atemi Waza ihren Weg. Alles andere wurde nicht übermittelt. So waren auch alle japanischen Großmeister, die Karate nach Europa brachten, reine Wettkämpfer und kannten das tiefe Wissen des Ur-Karate gar nicht. So gestaltete sich auch Bernd erste Trainingseinheit in einer Disziplin, die den meisten Karateka unbekannt war, der Kampf auf dem Boden. Nochmals erwähnte Bernd, dass auch die alten Meister auf Okinawa die Ne Waza geübt hatten. Die Wahrscheinlichkeit im Falle der Selbstverteidigung in den Bodenkampf zu geraten, ist heutzutage zu groß geworden, um es im Training zu vernachlässigen. Bernd zeigte auch Methoden der Körperertüchtigung mittels Übungen am Boden. Danach folgten verschiedene Drills im Kampf auf dem Boden. Gerade die Methoden der Befreiungen aus dem Bodenkampf wurden intensiv geübt. Nach zwei Stunden waren alle sichtlich erschöpft von den ungewohnten Bewegungen und waren froh über eine einstündige Pause.

Nach der Pause ging es dann weiter mit Bunkai aus einer alten Kata. Matsumura no Passai stand auf dem Programm. Jannik Otterstätter zeigte allen Teilnehmern diese Kataform, aus der sich später auch die Shotokan Variante Bassai entwickelte. Diese alte Form ist aber deutlich länger und komplexer als die bekannte Bassai Dai Variante. Nachdem einige Schritte dieser Kata geübt wurden, ging es an die Anwendung. Hier erwähnte nochmals Bernd die Unterschiede zum heutigen Sportkarate, die viele Anwendungen völlig falsch und unlogisch interpretieren. Die Gefahr, dass dann das Karate in der Selbstverteidigung gegen einen normalen Angriff nicht funktioniert, ist dadurch sehr groß. Als Beispiel zeigte Bernd die Techniken Manji Uke, die heute immer noch fälschlicherweise gegen zwei gleichzeitige Angriffe interpretiert wird und den Morote Uke, dessen „unterstützender“ Arm angeblich starke Angriffe abwehren soll. Bernd zeigte verschiedene realistische Anwendungen der Passai Techniken. Hier diente zum Beispiel der Age Uke als Technik zur Abdrückung der Blutzufuhr zum Kopf.

Auch sind mit den herkömmlichen Karatetechniken, Techniken zur Kontrolle des Gegners möglich. Interessant wird dann das Bunkai Jutsu, wenn man auch die richtigen Vitalpunkte am menschlichen Körper beherrscht und so die Verteidigung noch effektiver werden lässt. Der Abschluss des Lehrgangs nutzte der Dojoleiter Michael Schneider, der zu Beginn bereits einige Erläuterungen zu Selbstverteidigung, Kampfsport und Recht hielt, die Möglichkeiten der Selbstverteidigung, mittels eines kleinen Schlüsselanhängers ,zu verbessern. Auch hier war Ausgangspunkt bereits erlernte Karatetechniken, lediglich die Waffe Hand wurde gegen einen 13cm langen Metallstab ausgetauscht

Das besondere an diesem Lehrgang war, dass Karateka verschiedener Stilrichtungen gemeinsam trainieren konnten, darunter der Hauptteil Shotokan, gefolgt vom Koryu Uchinadi und Wado Ryu. Auch ein 3. Dan Jiu Jitsu hatte sich dem Lehrgang angeschlossen. Und wiedermal wurden alle Teilnehmer belohnt undbestätigt, dass Karate nicht nur ein Sport sein kann, sondern auch eine effektive Selbstverteidigung. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen in Daun.

Michael Schneider, Abt.-Leiter Karate

© 2006 by RKV

Zuletzt aktualisiert am 19.07.2009 19:57 Uhr

Design by www.cmn-group.de