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Bericht vom Lehrgang mit Hiroshi Shirai in Germersheim   

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Shihan Hiroshi Shirai (9. Dan): „Karate ist Selbstverteidigung“

- Traditionelles Shotokan-Karate richtig verstanden -

„Karate ist Selbstverteidigung!“ Das war die zentrale Botschaft von Shihan Hiroshi Shirai (9. Dan) beim diesjährigen Lehrgang in Germersheim. Der in Mailand lebende 72-jährige Japaner, aus dessen Reihen viele namhafte und erfolgreiche Karatesportler wie Fugazza, Marchini, Naito, Contarelli, Stevens u.v.m. hervorgegangen sind, besucht seit einigen Jahren regelmäßig Germersheim zu einem zweitägigen Lehrgang. Für die Liebhaber des traditionellen Karate-Do ist es einer der Höhepunkte des Trainingsjahres.

Oberflächlich betrachtet scheinen die Lehrgänge von Sensei Shirai gleichartig aufgebaut zu sein, doch bei näherem Hinsehen findet man von Jahr zu Jahr, aufbauend auf vorangegangene Lehrgänge, neue Impulse und Anregungen für das weitere Training. Immer wieder schafft Sensei Shirai neue Anreize für eine kontinuierliche Weiterentwicklung – einer der Hauptgründe dafür, dass nach wie vor zahlreiche Trainingsteilnehmer – sogar aus dem Ausland - weite Wege auf sich nehmen, seine Lehrgänge zu besuchen.

In diesem Jahr wurde bereits zum zweiten Mal der gesamte Lehrgang von Sensei Shirai geleitet. Sehenswert, lehrreich und den Lehrgang insgesamt bereichernd ist dabei, dass einige seiner hochgraduierten Schüler (wie bspw. Marc Stevens, der mittlerweile selbst als hochgraduierter und hervorragender Lehrgangsleiter bekannt ist) ebenfalls nach Germersheim kommen und am Training teilnehmen. Sie stehen Sensei Shirai beim Vorführen der Übungen zur Verfügung, was zur Folge hat, dass ein fast unerreichbares Niveau vorherrscht und dennoch ersichtlich ist, dass das geforderte durchaus möglich ist. Zahlreiche Dan-Träger nehmen daher sogar an den Trainingseinheiten der Unterstufe teil – eine phantastische Gelegenheit, das Fachwissen auf hohem Niveau und größtmöglicher Detailtiefe aufzufrischen.

Der Kampf mit all seinen Facetten steht bei Sensei Shirai stets im Mittelpunkt des Trainings, völlig unabhängig, welche Übungen gerade praktiziert werden. Auch bei diesem Lehrgang waren alle Teilnehmer mal wieder nicht nur körperlich gefordert. Gerade im Oberstufentraining wurde Bunkai diesmal näher als zuletzt an den Selbstverteidigungsfall herangeführt. Dies bezieht sich nicht nur auf die Angriffe, die von verschiedenen Seiten durch verschiedene Gegner ausgeführt wurden, sondern auch auf die Situationen, in denen die Angriffe erfolgten. So wurden bspw. verschiedene Überraschungsmomente simuliert und trainiert. Obwohl Sensei Shirai stets den Selbstverteidigungsaspekt in sein Training einbringt, legt er großen Wert darauf, die Grundlagen einer guten Karatetechnik nicht zu vernachlässigen. Dies trifft natürlich insbesondere auf den festen Stand und die stabile Körperhaltung zu, aber auch auf alle unterstützenden Aspekte einer schnellen, kraftvollen und korrekten Technik – denn nur diese – so Sensei Shirai - kann beim Kampf im Verteidigungsfall tatsächlich auch erfolgreich sein.

Die tiefen Einblicke, die Sensei Shirai auch diesmal wieder gewährte, haben nichts mit einem Lehrgangswochenende als Bewegungstraining oder Abwechslung zu tun. Sie gleichen eher einer Studienphase, deren Tiefgründigkeit in einer solchen Lehrgangszusammenfassung schwer zu beschreiben ist. Phasenweise beschleicht einen das Gefühl, dass es da, wo viele andere aufhören, gerade beginnt, interessant und spannend zu werden.

Sensei Shirai ist bei seinen Besuchen in Germersheim stets über die Atmosphäre und die Motivation und Wissbegierde der Lehrgangsteilnehmer begeistert. Bereits am ersten Lehrgangstag hat er bereits unsere Einladung für 2010 angenommen.

Martin Hartung (Pressereferent SKA Germersheim)

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Zuletzt aktualisiert am 21.11.2009 17:11 Uhr

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