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7. Karate-Do-Seminar mit
Lothar Ratschke in Böhl-Iggelheim

Der Karateabteilung der VT Böhl unter Leitung von Axel
Becker war es zum 7. Mal in Folge gelungen, Meister Ratschke
ein Seminar aus seinem sehr eng gestrickten Terminkalender
abzuringen.
Meister Lothar Ratschke war Schüler des verstorbenen Shihan
Taiji Kase, der wiederum selbst Schüler von Meister
Funakoshi Gichin und seinem Sohn Yoshitaka war. Somit steht
Lothar Ratschke Shihan durch die ihm von seinem Meister mit
Erwerb des 6. DAN zugewiesene Lehrberechtigung in direkter
Nachfolge in der Linie zum Stilrichtungsgründer des Shotokan
-Ryu Meister Funakoshi.
67 Teilnehmer, viele aus den angrenzenden Bundesländern
Hessen und Baden-Württemberg, fanden sich am 14. November in
der Wahagnishalle ein. Bereits die 1. Einheit für die
Unterstufe war mit 40 Teilnehmern sehr gut besucht. Thema
war es, biomechanische Vorgänge im Körper am Beispiel der
Grundtechniken Gedan-Barai, Age-Uke und Mae-Geri verstehen
zu lernen, um mit diesem Wissen die Ausführung der Techniken
zu verbessern. Ein weiteres Thema in der 2.
Unterstufeneinheit war die Kata Heian Nidan mit Anwendung.
Zahlreiche Dan-Träger und Braungurte, oftmals selbst Trainer
in ihren Vereinen, ließen keine der 4 Trainingseinheiten
aus. So konnten sie sowohl ihre technischen, aber auch
didaktischen Kenntnisse zur Wissensvermittlung vertiefen.
In der Oberstufe wurden sehr anspruchsvolle Kihon-Formen,
wie beispielsweise Zuki-Wasa mit unterschiedlichen Ständen,
vor- und rückwärts sowie in verschiedene Richtungen geübt.
Aus Teilen der Kata Nishoshiho wurden Genki-Bunkai-Modelle
geübt. Diese Übungen wurden anschließend zur
Selbstverteidigung gegen „natürliche Angriffe“ wie Schwinger
oder low-kicks eingesetzt. In der letzten Einheit wurden
dann abschließend Arbeitsgruppen gebildet, die die Aufgabe
hatten, selbständig eine Bunkai aus einem vorgegebenen
Abschnitt der vorgenannten Kata zu erarbeiten.
Dieses Seminar mit Meister Ratschke war erneut mit hohen
Ansprüchen an die Teilnehmer gerichtet. Viele Themen zeigten
auch erfahrenen Karatekas ihre Grenzen in Aufnahmefähigkeit
auf, weil sie erst mit nachträglicher Beschäftigung des
Gelehrten verstanden und umgesetzt werden können. Aber
gerade erfahrenen Teilnehmern ist bewußt, daß ein
Karate-Seminar letztlich nur Hilfe zur Selbsthilfe sein
kann.
Sowohl dem Meister für die Durchführung des Seminars, als
auch den Karatekas, insbesondere den aus über 200 Kilometer
Entfernung angereisten, gilt unser herzlicher Dank für ihre
Teilnahme.
Gerd Huentz, VT Böhl-Iggelheim |