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Bericht vom Lehrgang mit Olaf Krey in Haßloch    

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Bilder

 

Karate als Kampfkunst mit Renshi Olaf Krey, 5. DAN
Seminar des RKV am 21. und 22.11.2009 in Haßloch

„Wer Etikette wünscht, der bekommt sie – ich sehe das nicht so streng. Nur, wenn ich Yame sage, dann gilt das, ansonsten werde ich sauer!“ Dies war ein Teil der kurzen Begrüßungs-Ansprache, die an 45 Teilnehmer, Karatekas unterschiedlichster Stilrichtungen, gerichtet war. Olaf Krey ist ein sympathischer und freundlich lockerer Koryu Uchinadi-Meister, der nun schon zum 5. Mal von Potsdam nach Hassloch angereist war, um ein RKV-Seminar zu halten. Olaf ist seit 1988 persönlicher Schüler von Hanshi Patrick McCarthy und hat 2 Jahre bei ihm in Australien Budo studiert. Er ist sein offizieller Vertreter in Deutschland und leitet selbst ein Dojo.

KU ist weniger eine Stilrichtung, eher ein Kampfsystem, dessen Ursprünge in China zu finden sind. An erster Stelle stehen hier die Übungen mit dem Partner, genannt Renzoku Futari Geiko, das Üben der Kata Soloform hingegen steht eher als „Notlösung“, wenn kein Partner zur Verfügung steht, in der Rangfolge hinten an. Ein wichtiges Zitat des Meisters: „Ziel ist es dabei, ein Gefühl für die Situation und den Gegner, bzw. dessen Kraft und Kraftrichtung zu bekommen. Zudem soll eine Automatisierung eintreten und die Prinzipien verinnerlicht werden. Es gilt den Geist und den Körper zu konditionieren, um somit im Ernstfall richtig reagieren zu können.“

Das im Zentrum des Seminars stehende Thema waren diesmal Hebel- und Festhaltetechniken am Boden, genannt „Ne Waza“. In Anbetracht der Tatsache, dass nahezu 90 Prozent aller Kämpfe am Boden enden ist es erstaunlich, wie selten im Karate SV am Boden geübt wird. Die Übungen bekommen spätestens dann ihre Bedeutung, wenn man sich die in letzter Zeit häufig berichteten überfallartigen Angriffe ins Gedächtnis ruft, die stets am Boden und mit schlimmen Folgen für die Betroffenen endeten.

Jedenfalls traten die Teilnehmer hoch motiviert an, um die als unendlich erscheinende Abfolge mit über 70 Hebeltechniken (Kansetsu-Waza), Attackieren diverser Vital- und Schwachpunkte (Tuite-Waza) Würgen (Shime-Waza) mit ihrem Partner zu erlernen. Dabei wurde sehr viel Wert darauf gelegt, dass jede Technik funktioniert. Festzustellen war dabei, dass gewisse Techniken aufgrund der körperlichen Verhältnisse nicht von jedem oder in jeder Situation ausgeführt werden können.

Deshalb ist es wichtig, so Meister Olaf Krey, sich ein breites Spektrum anzutrainieren, um dann intuitiv eine andere Technik anwenden zu können. Außerdem wurde eine Kihonform des KU trainiert – Keri Waza. Hierbei werden zur Übung verschiedene Beintechniken zu einer kleinen Kata aneinandergereiht. Der Hauptaugenmerk liegt aber auch bei dieser Form in der Arbeit mit dem Partner. Dazu gibt es eine vorgeschriebene 2-Personenübung, in der alle Beintechniken, gegen einen sich wenig wehrenden Partner, angewendet werden können.

Am Sonntagnachmittag stellte die überwiegende Anzahl der Teilnehmer fest, dass sie nicht nur körperlich, sondern auch geistig erschöpft waren. So manches Gelenk schmerzte von den vielen Hebeln, kaum jemand kam ohne Hämatome oder kleinere Verletzungen über die Runde. Aber dies musste sein. Ohne an gewisse Grenzen zu gehen, kann niemand erfahren, ob er eine Technik richtig angewandt hat und sie im Ernstfall die nötige Wirkung zeigt.

Bernd Otterstätter, Leiter des gastgebenden Dojos Haßloch, verabschiedete Meister Olaf Krey mit einem herzlichen Dankeschön für seinen Besuch und die Vermittlung seines Wissens.

Gerd Huentz, 1.JJJKC Haßloch

Weitere Info über Koryu Uchinadi unter: http://www.koryu-uchinadi.de oder http://www.koryu-uchinadi.com

© 2006 by RKV

Zuletzt aktualisiert am 05.12.2009 16:12 Uhr

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