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Bericht vom Kata-Marathon 2009 in Rülzheim    

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„Schwitzen ist, wenn die Muskeln weinen…“
- Nachbetrachtung zum Kata-Marathon in Rülzheim -

Das Konzept des „Kata-Marathon“, bei dem möglichst viele Katas während einer Veranstaltung behandelt werden sollen, hat sich in den letzten Jahren mehr als bewährt. Es wird von zahlreichen Karatesportlern vor allem deshalb gerne angenommen, weil Katas entweder kompakt zumindest in Grobform neu erlernt oder bereits vorhandene Kenntnisse vertieft werden können. Sportler mit tieferen Graduierungen haben darüber hinaus die Möglichkeit, auch mal in höhere Kata-Sphären hinein zu schnuppern. Und bei all dem darf die Kata (ohne Rücksicht auf die Gürtelgraduierung) frei gewählt werden. Natürlich gibt es bei den Lehrgangsteilnehmern weitgehend die Tendenz, angemessenen nach ihrem Leistungsstand zu trainieren. Dennoch kann hier regelmäßig die Möglichkeit genutzt werden, über den Tellerrand der eigenen Graduierung hinaus zu schauen.

Die eigentliche Geburtsstunde erlebte der „Kata-Marathon“ bereits im Jahre 2003 in Lich. Dessen Urheber Detlef Herbst, der auch den Begriff „Kata-Marathon“ geprägt hat, nahm einen viele Jahre zuvor durchgeführten 2-tägigen Lehrgang eines anderen Trainers als Vorbild und entwickelte ihn weiter – themenbezogen nun mit dem Schwerpunkt Kata. Anschließend entstanden mit Detlefs Unterstützung, ebenfalls unter dem Begriff „Kata-Marathon“ weitere Veranstaltungen in Berlin, Nürnberg, Rülzheim und zuletzt in Kleinblittersdorf. Alle diese Lehrgänge werden bis heute aus einem gemeinsamen Trainerpool bedient.

Der in Rülzheim bereits seit den frühen 80er Jahren regelmäßig am Walpurgiswochenende ausgetragene Lehrgang unterlag seitdem mehreren inhaltlichen Veränderungen und wurde 2006 ebenfalls in einen Kata-Marathon umgewandelt. Er fand somit nun bereits zum 4. Mal statt – und der Zuspruch, den dieser Lehrgang regelmäßig erfährt – ist ungebrochen.

Das Konzept der 5 Katas, die aus 15 Katas ausgewählt werden können, verlockte eine Vielzahl der angereisten Sportler, tatsächlich auch das Optimum an möglichem Training in Anspruch zu nehmen und tatsächlich keinen einzigen Trainingsblock auszulassen.

Was den Lehrgang immer wieder reizvoll und attraktiv macht, ist die Vielfalt der Trainertypen, die ihr Wissen vermitteln. Bernd Milner (8. Dan, Bochum), einer der höchstgraduierten Karatetrainer in Deutschland und Detlef Herbst (5. Dan, Lich) bspw. sind beide sehr erfolgreiche Trainer. Sie verkörperten auch diesmal wieder das moderne, (wettkampf)erfolgsorientierte Karate. Bernd Milner war einst selbst sehr erfolgreicher Wettkämpfer, der sich später sehr vielseitig weiterbildete und auf über 40 Jahre Karate-Praxis zurückblicken kann. Teilnehmer an seinem Training zehren stets von seinem umfangreichen Wissen weit über das klassische Shotokan-Karate hinaus. Detlef Herbst ließ erneut tief in sein enormes Repertoire blicken, gerade, wenn es um die Art der Vermittlung von Bewegungen geht. Es verwundert nicht, dass er, der obendrein als Lehrbeauftragter im Dienste der Universität Gießen steht, immer wieder erfolgreiche Sportler hervorbringt.

Geht es um das traditionelle, in seinen ursprünglichen Techniken und Anwendungen zwar unveränderte, aber für die heutige Zeit vor allem hinsichtlich der Trainingsformen weiterentwickelte Karate, waren hierfür Marc Stevens (5. Dan, Belgien) und Andra Ziza (3. Dan, Germersheim) zuständig. Ihr Ansatz war das anwendungsbezogene Arbeiten mit den Katas. Funktionalität der Techniken kommt dabei vor Ästhetik. Beide Trainer stellten beim Vorführen immer wieder die Effektivität der Techniken und Kombinationen unter Beweis. Unübersehbar war gerade bei Marc Stevens die Handschrift seiner beiden Lehrer Kase und Shirai. Doch auch Andra Ziza, der erstmals als Lehrgangstrainer tätig war und für Pino Arcieri eingesprungen war, vertrat diesen in sehr würdiger Weise. Mit der neuen Rolle als Lehrgangsleiter kam er hervorragend zurecht und vermittelte in unerwartet professioneller Weise den Lehrstoff.

Insgesamt handelte es sich auch in diesem Jahr wieder um einen interessanten und für diejenigen, die ihr Repertoire in kompakter Weise auffrischen möchten, um einen sehr empfehlenswerten Lehrgang mit vielen Facetten aus der Welt der Kata.

Nicht unerwähnt sollen die vielen Helfer bleiben, die – wie gewohnt – mit ihrem selbstverständlichen Engagement zum Gelingen dieses Lehrgangs beigetragen haben. Auch ihnen ein herzliches Dankeschön!

So freuen wir uns auf den nächsten Kata-Marathon im Jahr 2010, der dann zum 5. Mal ausgetragen wird und ein kleines Jubiläum darstellt.

Martin Hartung (Pressereferent SKR Germersheim)

© 2006 by RKV

Zuletzt aktualisiert am 12.09.2009 16:34 Uhr

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