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„Schwitzen ist, wenn die
Muskeln weinen…“
- Nachbetrachtung zum Kata-Marathon in Rülzheim -
Das Konzept des „Kata-Marathon“, bei dem möglichst viele
Katas während einer Veranstaltung behandelt werden sollen,
hat sich in den letzten Jahren mehr als bewährt. Es wird von
zahlreichen Karatesportlern vor allem deshalb gerne
angenommen, weil Katas entweder kompakt zumindest in
Grobform neu erlernt oder bereits vorhandene Kenntnisse
vertieft werden können. Sportler mit tieferen Graduierungen
haben darüber hinaus die Möglichkeit, auch mal in höhere
Kata-Sphären hinein zu schnuppern. Und bei all dem darf die
Kata (ohne Rücksicht auf die Gürtelgraduierung) frei gewählt
werden. Natürlich gibt es bei den Lehrgangsteilnehmern
weitgehend die Tendenz, angemessenen nach ihrem
Leistungsstand zu trainieren. Dennoch kann hier regelmäßig
die Möglichkeit genutzt werden, über den Tellerrand der
eigenen Graduierung hinaus zu schauen.
Die eigentliche Geburtsstunde erlebte der „Kata-Marathon“
bereits im Jahre 2003 in Lich. Dessen Urheber Detlef Herbst,
der auch den Begriff „Kata-Marathon“ geprägt hat, nahm einen
viele Jahre zuvor durchgeführten 2-tägigen Lehrgang eines
anderen Trainers als Vorbild und entwickelte ihn weiter –
themenbezogen nun mit dem Schwerpunkt Kata. Anschließend
entstanden mit Detlefs Unterstützung, ebenfalls unter dem
Begriff „Kata-Marathon“ weitere Veranstaltungen in Berlin,
Nürnberg, Rülzheim und zuletzt in Kleinblittersdorf. Alle
diese Lehrgänge werden bis heute aus einem gemeinsamen
Trainerpool bedient.
Der in Rülzheim bereits seit den frühen 80er Jahren
regelmäßig am Walpurgiswochenende ausgetragene Lehrgang
unterlag seitdem mehreren inhaltlichen Veränderungen und
wurde 2006 ebenfalls in einen Kata-Marathon umgewandelt. Er
fand somit nun bereits zum 4. Mal statt – und der Zuspruch,
den dieser Lehrgang regelmäßig erfährt – ist ungebrochen.
Das Konzept der 5 Katas, die aus 15 Katas ausgewählt werden
können, verlockte eine Vielzahl der angereisten Sportler,
tatsächlich auch das Optimum an möglichem Training in
Anspruch zu nehmen und tatsächlich keinen einzigen
Trainingsblock auszulassen.
Was den Lehrgang immer wieder reizvoll und attraktiv macht,
ist die Vielfalt der Trainertypen, die ihr Wissen
vermitteln. Bernd Milner (8. Dan, Bochum), einer der
höchstgraduierten Karatetrainer in Deutschland und Detlef
Herbst (5. Dan, Lich) bspw. sind beide sehr erfolgreiche
Trainer. Sie verkörperten auch diesmal wieder das moderne, (wettkampf)erfolgsorientierte
Karate. Bernd Milner war einst selbst sehr erfolgreicher
Wettkämpfer, der sich später sehr vielseitig weiterbildete
und auf über 40 Jahre Karate-Praxis zurückblicken kann.
Teilnehmer an seinem Training zehren stets von seinem
umfangreichen Wissen weit über das klassische
Shotokan-Karate hinaus. Detlef Herbst ließ erneut tief in
sein enormes Repertoire blicken, gerade, wenn es um die Art
der Vermittlung von Bewegungen geht. Es verwundert nicht,
dass er, der obendrein als Lehrbeauftragter im Dienste der
Universität Gießen steht, immer wieder erfolgreiche Sportler
hervorbringt.
Geht es um das traditionelle, in seinen ursprünglichen
Techniken und Anwendungen zwar unveränderte, aber für die
heutige Zeit vor allem hinsichtlich der Trainingsformen
weiterentwickelte Karate, waren hierfür Marc Stevens (5.
Dan, Belgien) und Andra Ziza (3. Dan, Germersheim)
zuständig. Ihr Ansatz war das anwendungsbezogene Arbeiten
mit den Katas. Funktionalität der Techniken kommt dabei vor
Ästhetik. Beide Trainer stellten beim Vorführen immer wieder
die Effektivität der Techniken und Kombinationen unter
Beweis. Unübersehbar war gerade bei Marc Stevens die
Handschrift seiner beiden Lehrer Kase und Shirai. Doch auch
Andra Ziza, der erstmals als Lehrgangstrainer tätig war und
für Pino Arcieri eingesprungen war, vertrat diesen in sehr
würdiger Weise. Mit der neuen Rolle als Lehrgangsleiter kam
er hervorragend zurecht und vermittelte in unerwartet
professioneller Weise den Lehrstoff.
Insgesamt handelte es sich auch in diesem Jahr wieder um
einen interessanten und für diejenigen, die ihr Repertoire
in kompakter Weise auffrischen möchten, um einen sehr
empfehlenswerten Lehrgang mit vielen Facetten aus der Welt
der Kata.
Nicht unerwähnt sollen die vielen Helfer bleiben, die – wie
gewohnt – mit ihrem selbstverständlichen Engagement zum
Gelingen dieses Lehrgangs beigetragen haben. Auch ihnen ein
herzliches Dankeschön!
So freuen wir uns auf den nächsten Kata-Marathon im Jahr
2010, der dann zum 5. Mal ausgetragen wird und ein kleines
Jubiläum darstellt.
Martin Hartung (Pressereferent SKR
Germersheim) |