Archiv | Suchseite | Sitemap | Impressum

 

 

Webvisitenkarten   Magazin   Gästebuch   Forum   Links   Download

Home | Präsidium | Termine | Vereine | Prüfungswesen | Landeskader | Jugend | Frauenkarate | Breitensport | Krokoyama-Cup | JuniorCup

Bericht von  der C-Trainer Ausbildung 2009   

Ebene zurück / Up
Teilnehmer

 

C-Trainerausbildung in Wittlich 2009

Begeisterung und Wissen weiterzugeben erfordert es oft, zunächst selbst wieder einmal Schüler zu werden. Um dies zu ermöglichen, bildet der RKV jedes Jahr gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund Karateka aus ganz Rheinland-Pfalz und aus allen Stilrichtungen zu Trainern aus. Auch dieses Jahr nahmen wieder zahlreiche Sportler an dem Lehrgang teil und schlossen ihn erfolgreich ab.

Im Februar diesen Jahres versammelten sich die 31 Lehrgangsteilnehmer zum ersten Mal an der Polizeischule in Wittlich. Trotz erster Herausforderungen, wie Umleitungen, Baustellen und die Suche nach der richtigen Halle, konnten wir den ersten Lehrgangstag pünktlich um 8:30 Uhr beginnen. Walther Hehl, der Lehrgangsleiter begrüßte uns und machte uns zunächst mit dem Programm der folgenden Wochen bekannt. Danach begannen wir unsere Ausbildung mit dem, was am Anfang jeder Trainingseinheit steht, dem Aufwärmen. Auch Flexibilitätstraining war ein wichtiges Thema des Tages. Zur Verdeutlichung der Theorie begaben wir uns in regelmäßigen Abständen in die Sporthalle. So wurde der Tag aufgelockert und die Lektionen wurden durch Beispielübungen untermauert.

Am darauffolgenden Tag, der um 18:30 Uhr endete, beschäftigten wir uns mit einem für einige vollkommen neuem, aber keineswegs zu vernachlässigendem Thema – dem Kinderkarate. Markus Gutzmer ließ uns an seiner Leidenschaft für das Kindertraining teilhaben. Er erklärte anschaulich, wie wir auch den Jüngsten schon mit einfachen Methoden Karate so beibringen können, dass sie mit Spaß und Eifer am Training teilnehmen. Dazu beschäftigten wir uns unter anderem mit dem idealen Umfeld für eine Kindergruppe, dem Umfang der Übungen sowie mit alterspezifischen Besonderheiten. Begleitet wurde dies von einem kurzen Ausflug in die Themen Vereinsmanagement und Sound-Karate.

Das nächste Wochenende setzten wir uns mit einem weiteren entscheidenden Aspekt des Karates, dem Techniktraining auseinander. Eine schwierige Technik neu zu erlernen, erfordert mehr als nur Konzentration, Ausdauer und Leistungswillen des Trainierenden. Auch der Trainer wird vor eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt. Walther Hehl zeigte uns am Beispiel methodischer Übungsreihen, wie wir diesen Lernprozess vereinfachen können. Auch auf welche Aspekte wert gelegt werden sollte, was die häufigsten Fehler sind und wie man an mögliche Probleme herangeht, lernten wir an diesem Wochenende. Dabei wurden wir allerdings auch dazu aufgefordert ruhig mal „etwas neues“ auszuprobieren.

Schwerpunkt des zweiten Tages war Kumitetraining. Nach einer Einführung durch einige praktische Übungen und Erklärungen setzten wir den Tag mit einer eigens geplanten Trainingseinheit fort. In Gruppen stellten wir uns nun selbst ein Konzept zusammen, wie wir Karateschülern eine Technik beibringen könnten. Ob unsere Überlegungen auch funktionieren, testeten wir danach in der Halle sozusagen im „Eigenversuch“. Jede Gruppe führte ihre geplante Trainingseinheit durch, die danach von allen Lehrgangsteilnehmern sowie dem Lehrgangsleiter besprochen und mit Lob oder Verbesserungsvorschlägen beurteilt wurde.

Ein weiteres Element des Kampfsportes ist die Selbstverteidigung. Diese beizubringen erfordert nicht nur genaue Kenntnisse über ihre Durchführung, sondern auch über ihre Anwendung. Bernd Otterstätter machte die Gruppe mit dem Unterrichten dieses Bestandteils und dem „Karate-Do“ in Theorie und Praxis bekannt. Woher die Techniken kommen, die wir trainieren und wie sie entstanden sind, welche Verteidigungstechniken er seinen Schüler überhaupt beibringen oder ihnen zur Anwendung empfehlen würde. Aber auch einige rechtliche Hintergründe, die es in diesem Rahmen zu berücksichtigen gilt, wurden hier besprochen.

Am zweiten Tag des dritten Lehrgangswochenendes standen die Vorbereitung und Durchführung von Gürtelprüfungen, vermittelt von Klaus Bleser, und Katatraining auf unserem Lehrplan. Dass Kata, Kihon und Kumite in der Prüfung enthalten sein müssen, aber auch worauf man als Prüfer achten sollte wurde explizit aufgezeigt, da der C-Trainer Lehrgang auch zum Erwerb einer Prüferlizenz Gültigkeit besitzt. Weiter erfuhren wir an diesem Tag ebenfalls sehr viel darüber wie wir ein gezieltes effizientes Training durchführen können. Wie man den komplexen Bewegungsablauf einer Kata möglichst einfach und anschaulich vermittelt und wie man sie am Geschicktesten beibringt stand hierbei im Vordergrund. Gunnar Weichert verdeutlichte uns, dass nicht nur die Kata selbst, sondern auch die Zielgruppe entscheidend für die Trainingsmethode ist.

Der letzte Lehrgangstermin war im Mai. Für die schriftliche Hausarbeit hatten wir bereits besprochen, wie man eine Trainingseinheit plant. Jetzt kamen wir zum ersten Mal dazu, eine komplette Trainingseinheit durchzuführen. Wieder in verschiedenen Gruppen hatten wir uns mit verschiedenen Schwerpunkten des Trainings beschäftigt. Beispielsweise unter dem Aspekt die Stabilität der Sportler zu verbessern, hatten wir eigens ein Programm erstellt, das wir nun unter der Aufsicht von Walther Hehl durchführten.

Den vorletzten Tag unserer Ausbildung schlossen wir mit der Theorieprüfung ab. Trotz Nervosität meisterten diese alle erfolgreich.

Am letzten Tag erfolgte die praktische Prüfung, die Lehrprobe. Peter Rau und Walther Hehl beurteilten unsere praktische Ausführung der als Hausarbeit geplanten Trainingseinheit. Die Prüflinge hatten die Gelegenheit, sich kurz auf ihren Einsatz vorzubereiten, um dann der Gruppe einen von den beiden Prüfern bestimmten Bereich ihrer Planung zu vermitteln. Auch hier stellte sich die Gruppe bereitwillig als Testpersonen bereit, mal stellvertretend für siebenjährige Kinder, mal als etwas fortgeschrittene Sportler, die den Ushiro-Uramawashi-Geri lernten. Auch diesen Teil der Prüfung konnten alle erfolgreich abschließen.

Die gesamte C-Trainerausbildung war mit Sicherheit für alle Teilnehmer eine interessante Erfahrung, da wir nicht nur aus fast allen Bereichen des Karatetrainings viel lernten, sondern auch eine Vielfalt an Sportlern aus dem Bereich des Karate vertreten waren. Breiten- und Leistungssportler, unterschiedliche Altersklassen und verschiedene Stilrichtungen trafen an den vier Wochenenden aufeinander. Da jeder einmal vor der Gruppe stand, vermittelte jeder einmal einen Teil „seines Karatetrainings“ und auch privat konnten sich die meisten austauschen. Dem Vorsatz sich auch künftig sportlich auszutauschen und in Kontakt zu bleiben, folgen somit bestimmt zahlreiche Trainingsgastbesuche in den verschiedenen Dojos.

Da uns jede Menge Wissen vermittelt wurde, aber auch der Spaß immer mit dabei war, möchte ich mich auch im Namen der Gruppe bei den Referenten, Prüfern und insbesondere bei Walther Hehl, der als Lehrgangsleiter auch die meiste Zeit mit uns verbrachte, für ihre Bemühungen bedanken. Wir haben mit Sicherheit viel gelernt.

Elena May

© 2006 by RKV

Zuletzt aktualisiert am 16.06.2009 20:56 Uhr

Design by www.cmn-group.de