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Warum eigentlich Kata?
Wer
sich diese Frage schon einmal gestellt hat, der konnte beim
Bunkai Jutsu Seminar mit Iain Abernethy am 24. und 25.
Oktober 2009 in Idar-Oberstein Antworten finden. Iain ist
ein international anerkannter Autor und herausragender
Vertreter des angewandten Karate. Er verblüffte uns ein ums
andere mal mit seinen Kenntnissen des Kata Bunkai und
begeisterte mit seiner unkomplizierten und sympathischen
Art, durch den Lehrgang zu führen.
Seine grundlegende Prämisse ist, dass Karate ursprünglich
zur Bewahrung der Unversehrtheit bei Angriffen von
gewöhnlichen Schlägern entwickelt wurde. Zuerst erläuterte
uns Iain, dass daher die Katas im Unterschied zum
Wettkampfsport für Auseinandersetzungen in der Nahdistanz
entwickelt wurden. Die alten Meister hielten darin die
entsprechenden Kampfprinzipien fest. In praktischen
Partnerübungen aus den Heian / Pinan Katas konnten wir die
Funktion der Hände zur Kontrolle vom Gegner, dessen
Gliedmaßen und als Hilfe beim Zielen kennen lernen. Daraus
entwickelte Iain Wege, das Prinzip des kontinuierlichen
Vorteils nutzbar zu machen.
In
vier Schritten lehrt Iain, die in den Kata enthaltenen
Kampfprinzipien in realen Auseinandersetzungen anzuwenden.
Vom Erlernen der reinen Form einer Kata bis zum freien
Einsatz der Techniken unter Stress und widrigen Umständen
führt dieser Weg. Dabei helfen die eingeschliffenen
Partnerdrills, die wir im Seminar geübt haben. Zum Beispiel
zeigte Iain eine Kombination aus Shuto Uke und Nukite, die
obwohl aus einfachen Techniken zusammengesetzt sehr komplex
ausgeführt werden kann. Abschließend wurden die Prinzipien,
die wir im Stehen geübt hatten, in die Horizontale
übertragen. Obwohl das Üben des Bodenkampfs sehr viel Spaß
machen kann, war Iain sehr wichtig, dass es nicht das Ziel
sein sollte, in den Bodenkampf zu geraten. Da immer die
Gefahr besteht, dass ein Angreifer nicht allein ist, sollte
man so schnell wie möglich wieder vom Boden aufstehen.
Das toll präsentierte Seminar begeisterte die Teilnehmer so,
dass wir im nächsten Jahr eine Wiederholung planen. Iain
ließ die 6 Stunden am Samstag und die 4 Stunden am Sonntag
nicht langweilig werden und verstand es immer wieder mit
kleinen Anekdoten für Auflockerung zu sorgen. Wir freuen uns
schon auf die nächste Begegnung mit Iain Abernethy.
Carsten Schmitt SKD SV05 Göttschied |