Silber und Bronze für RKV
– Kaderathleten bei der Junioren - WM
Anjela Tazidinova und Jonathan Horne gewinnen
Edelmetall in Istanbul
Aus Sicht des rheinland-pfälzischen
Karateverbandes wurde die Weltmeisterschaft der Jugend und
Junioren in Istanbul / Türkei zu einem äußerst erfolgreichen
Wochenende. Anjela Tazidinova (KSV Trier) erkämpfte sich in
der Disziplin Kumite Einzel bis 60kg den
Vizeweltmeistertitel, Jonathan Horne (Funakoshi
Kaiserslautern) belegte in der Kategorie Kumite Einzel +80Kg
einen hervorragenden 3. Platz.
1106
Karatekas aus 83 Ländern kamen in der Istanbuler Olympic
Sport Hall zusammen, um ihre Karateweltmeister in den
Disziplinen Kata und Kumite zu ermitteln. Das öffentliche
Interesse an dieser Veranstaltung war enorm, so dass sich
die ca. 4000 Zuschauerplätze stetiger Nachfrage erfreuten.
Des weiteren wurden die Finalkämpfe im türkischen Fernsehen
ausgestrahlt.
Seitens des Deutschen Karateverbandes
wurden für dieses Karate-Event Anjela Tazidinova und
Jonathan Horne jeweils für die Kumite Einzel-
und Teamwettbewerbe nominiert. Gemeinsam mit dem DKV-Team
reisten die beiden Heimtrainer Thomas München
(KSV Trier) und Uwe Schwehm (Funakoshi
Kaiserslautern) mit nach Istanbul. Lothar Becker
(RKV-Landeskampfrichterreferent, KC Wittlich) war ebenfalls
vor Ort als WKF-Kampfrichter im Einsatz.
Die Weltmeisterschaften begannen mit den
Teamwettbewerben. Erkämpfte sich das deutsche
Kumite-Damenteam im Februar 2007 in Izmir /
Türkei noch den Vizeeuropameistertitel, so hatte das
personell veränderte DKV-Team dieses Mal mit einer 0:2
Auftaktniederlage gegen stark kämpfende und körperlich
großgewachsene Kroatinnen leider das Nachsehen. Die Hoffnung
lag nun in der Teilnahme der Trostrunde. Da die Kroatinnen
aber die entscheidende Poolsiegbegegnung in der
Unterbewertung gegen Tunesien verloren, bleib den deutschen
Damen der Einzug in die Trostrunde und somit die Chance auf
den 3. Platz verwehrt. Auch bei den Herren lief es
leider nicht viel besser. Nach einem Freilos in der 1. Runde
traf man in der 2. Runde auf die Ukraine. Diese Begegnung
ging leider verloren und auch die Trostrunde blieb dem
Deutschen Herrenteam verwehrt.
Zwei Tage nach den Teamwettbewerben
fanden dann die Einzelbegegnungen statt. Die monatelange
Vorbereitungszeit in den Heimatvereinen Trier und
Kaiserslautern, im Landes- sowie im Bundeskader verliefen
für Anjela und Jonathan nach Plan. Beide wollten die
Heimreise nach Deutschland nach Möglichkeit nicht ohne
Medaille antreten und das spiegelte sich deutlich in ihren
Kämpfen wieder.
Kumite Einzel Damen
-60kg:
In der Auftaktbegegnung gegen die Österreicherin S. Arris
kämpfte Anjela Tazidinova noch etwas verhalten
und auf Sicherheit bedacht, gewann den Kampf aber am Ende
überlegen mit 1:0. Mit der Sicherheit, die erste Hürde
gemeistert zu haben, gewann sie ihre 3 weiteren Begegnungen
gegen Kämpferinnen aus Bosnien-Herzegowina (5:0), Montenegro
(1:0) und Kanada (3:0) souverän, ohne aber unüberlegt zu
agieren. Nun stand der Kampf um den Poolsieg und somit um
den Einzug ins Finale gegen die starke Japanerin Y. Furuichi
an. Das die Japaner mit einem starken Team angereist waren,
spiegelt der 3. Platz der WM-Medaillenwertung wider (4 Gold,
1 Silber, 2 Bronze). Aufgabe für Anjela war es nun, sich
möglichst schnell auf den etwas anderen Kampfstil der
Japanerin einzustellen, um somit den Einzug ins Finale zu
schaffen. Nach einem 2:0 Rückstand hatte sich Anjela dann
auf die Japanerin eingestellt und konnte ausgleichen. Kurz
danach gelang ihr dann auch noch mit einem hammermäßigen
Gyaku-Zuki Chudan - bei dem die Japanerin leicht die
Bodenhaftung verlor - der 3:2 Siegtreffer und somit der
hochverdiente Einzug ins Finale.
Im Finale, das abends ausgetragen wurde,
stand sie der Spanierin C. Vincente gegenüber, die aufgrund
ihrer körperlichen Überlegenheit und ihrer größeren
internationalen Erfahrung (bereits zweifache Europameisterin
bei den Senioren) diese Begegnung für sich entscheiden
konnte.
Kumite
Einzel Herren +80kg:
In der Königsklasse der Herren ging der aktuelle Topfighter
in Deutschland – Jonathan Horne – an den Start
und sah sich einer starken Konkurrenz gegenüber. Als
Jugendweltmeister musste er nun in der Altersklasse der
Junioren sein Können unter Beweis stellen. Dies gelang ihm
allerdings mit Bravour, hochmotiviert und ehrgeizig ging
Jonathan in seine Kämpfe. Die Auftaktbegegnung gegen einen
Kämpfer aus England gewann er klar mit 6:0. In der zweiten
Begegnung bezwang er seinen Mitstreiter aus Kuwait mit 2:0.
Im 3. Kampf stieß er auf einen starken Ukrainer. Diese
spannende Begegnung war über weite Strecken sehr
ausgeglichen, bis dem Ukrainer im Bruchteil einer Sekunde
die entscheidende Technik zum Sieg gelang.
Mit seinem Poolfinalsieg öffnete der
Ukrainer allerdings die Tür zur Trostrunde für Jonathan.
Zielstrebig und die Bronzemedaille fest im Blick bezwang
Jonathan seinen Finalgegner der letzten
Jugend-Weltmeisterschaft aus Serbien-Montenegro mit 3:1. Im
Kampf um Platz drei stand er einem stark kämpfenden
Italiener gegenüber. Aber auch hier ließ Jonathan keinen
Zweifel aufkommen, wer die Bronzemedaille gewinnen sollte
und gewann den Kampf souverän und hochverdient mit 3:0
Punkten.
Thomas München (KSV Trier) / Uwe
Schwehm (Funakoshi Kaiserslautern) |