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Bericht vom Trainerseminar mit Pino Arcieri in Worms  

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Trainerseminar Januar 2007 mit Pino Arcieri in Worms

Die vergleichsweise großen Erfolge des von Landestrainer Pino Arcieri geleiteten Rheinland-Pfälzischen Kata-Kaders, aber auch durch das auffallend hohe Niveau der Sportler aus den von ihm betreuten Dojos bei den Lehrgängen und Gürtelprüfungen, hat in den letzten Jahren großes Interesse an Pinos Arbeit geweckt. Er bietet daher seit einiger Zeit Interessierten Trainern im Rahmen eines zweitägigen Seminars die Möglichkeit, einen Einblick in sein persönliches Trainingskonzept zu gewinnen. Dabei füllen Breitensport (Samstags) und Wettkampfsport (Sonntags) je einen Tag. Da die Trainer nicht nur ihre eigene Trainingsmethodik überprüfen und optimieren und so die Effizienz steigern können, sondern auch der Erfahrungsaustausch eine wichtige Rolle spielen soll, sind in aller Regel nur etwa 24 Teilnehmer zugelassen. Das Seminar, dessen Inhalte sich am 1. Tag inhaltlich mit dem Heranführen zum Niveau des 9. und 8. Kyu befassen und am 2. Tag mit der Entwicklung der Katas, fand in dieser Form nun zum 3. Mal statt und war – wie die vorangegangenen Seminare – bereits Monate vorher ausgebucht. Zahlreichen Trainern musste wie bei den Seminaren zuvor bereits kurz nach dem Versand der Ausschreibung abgesagt werden, wodurch jeweils bereits eine lange Interessentenliste für das nächstfolgende Seminar entstand.

Der Breitensportteil des Seminars beginnt immer mit einem theoretischen Teil, der – für das Verständnis nicht nur der einzelnen Übungen, sondern des gesamten Handlings der Trainingsgruppe – unerlässlich ist. Pino Arcieri betont hier stets die Relevanz der konsequenten Führung einer Trainingsgruppe, gerade im Falle von Kindern und Jugendlichen. Das Erlangen von Selbstdisziplin, die nicht nur im Karatetraining von Wichtigkeit ist, sondern Verhaltensvorteile im täglichen Leben bringen. Unter diesem Aspekt und der Argumentationslinie von Pino Arcieri folgend, betrachtet so mancher die uns allen bekannten, aber häufig vernachlässigten Rituale im Training (z.B. der An- und Abgruß vor und nach dem Training und beim Partner) mit ganz anderen Augen. Es wird dann nämlich deutlich, dass dies für das gesamte Verhalten eine tiefere Bedeutung hat als nur das Einhalten von Formalitäten. Nicht nur theoretisch, sondern auch aus eigenen Erfahrungen heraus, ist uns allen bekannt, dass die konsequente Umsetzung und Einhaltung von Regeln für die Führung von Heranwachsenden besonders wichtig sind.

Einer der wesentlichen Aspekte in Pinos Konzept ist die fast kompromisslose Forderung nach einer korrekte Ausführung der Techniken, um von Anfang an eine solide Basis zu schaffen, auf die sich immer weiter aufbauen lässt. Hierzu werden die Bewegungen (zunächst nur Arm- und Fußtechniken, später mit Grundstellungen und Schritten) in Einzelsequenzen zerlegt, um sie dann nach und nach - über einen längeren Zeitraum - wieder zu einer Technik zusammenzuführen. So werden die Techniken zunächst im Stand, dann mit Einzelschritten und später als mehrere aufeinander folgende Kombinationen geübt.

Das zugehörige Kumtie wird analog zunächst mit - ungefährlich großem – Abstand trainiert. Eine Berührung ist völlig ausgeschlossen. Wesentlicher Aspekt ist neben der korrekten Technik die richtige Richtung des Angriffs sowie die Geschwindigkeit und Timing bei der Abwehr. Die Distanz zwischen den Trainingspartnern wird nur allmählich verringert.

Analog werden Katas in Einzelsequenzen mit mehreren Techniken zerlegt und voneinander unabhängig geübt. Sehr geschickt werden dabei die Wendungen anfangs stark vereinfacht durchgeführt und später u.a. durch Erhöhung der Geschwindigkeit langsam an die eigentliche Ausführung herangeführt.

Der Abschluss des ersten Tages bilden einige sehr gut ausgeklügelte Übungen zu den Fußstellungen Kokutsu-dachi und Kiba-dachi.

Aufgabe des Trainers ist natürlich, die Übungen immer wieder – ohne von den eigentlichen Prinzipien abzuweichen – zu variieren, um einerseits keine Langeweile aufkommen zu lassen, andererseits aber auch die Bewegungsvielfalt zu fördern.

Für die Motivation der Karateschüler wurde ein Konzept zum Dojo-internen Leistungsvergleich vorgestellt. Dabei wird eine wettkampfähnliche Situation simuliert. Wettkampfinhalte sind allerdings die im Training durchgeführten Übungen mit vorgegebener Aufgabenstellung. Dabei können beide „gewinnen“, wenn beide die Aufgabe erfüllen, aber auch beide „verlieren“. Die Entscheidung über Gewinner und Verlierer kann auch durch die Gruppe getroffen werden, so dass auch weiterhin die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer gefordert ist.

Die Teilnehmer waren während des gesamten Tages sehr interessiert und motiviert, wenngleich sich am späten Nachmittag doch erste – nicht unbedingt nur körperliche - Ermüdungserscheinungen einstellten. Das Seminar war sicherlich für jeden eine große Bereicherung.

Martin Hartung, Pressewart SKR Germersheim und Thomas Diehm, Budokai Worms

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Zuletzt aktualisiert am 09.02.2008 20:02 Uhr

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