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Karate Do mit Fritz Nöpel
und Michael Hoffmann in Schifferstadt

Am 24. Februar war es wieder soweit.
Fritz Nöpel kam nach Schifferstadt, um zusammen mit Michael
Hoffmann einen Lehrgang in Karate Do zu halten. Und dies nun
schon im neunten Jahr. Alle Teilnehmer hatten die
Möglichkeit insgesamt fünf Trainingseinheiten zu
absolvieren. Nach Vorstellung der Lehrgangsthemen wurden die
Gruppen getrennt, um individuell mit den beiden Referenten
zu üben.
Fritz Nöpel zeigte in der ersten Einheit
der Oberstufe Karatetechniken für die Selbstverteidigung,
denn darauf zielt unter anderem das Training des Karate.
Dabei erläuterte er immer wieder wie wichtig die richtige
Distanz zum Gegner ist. Ist die Distanz falsch gibt man dem
Gegner die Chance mit weiteren Techniken den Angriff
fortzusetzen, stimmt die Distanz, dann kann man meist die
Bedrohung mit einer Aktion beenden – Ippon Gedanke des
Karate. Dazu wurde mit verschiedenen Angriffen und
Reaktionen geübt.
Michael zeigte unterdessen in der
Unterstufe die Verbindung von Kihon zur SV. Er erläuterte
den Einsatz von Sanchin Dachi, sowie Anwendungen von
Grifftechniken mit anschließenden Fegetechniken. Nach einer
kurzen Pause wechselnden die Referenten. Für die Oberstufe
stand die Kata Sepai (Se= Zehn, Pai = Acht, 18 Formen oder
18 Hände) auf dem Programm. Dabei hatten naturgemäß die
Shotokan-Stilisten einige Schwierigkeiten. Die doch anderen
Stellungen und Handhaltungen konnten nicht auf die Schnelle
umgesetzt werden, wie auch, man übt jahrelang die Füße für
Kiba Dachi parallel zu stellen und dann müssen diese für den
Shiko Dachi wieder nach außen gedreht werden.
Nach einer Mittagspause folgte das schon
traditionelle Mondo – ein Lehrgespräch vom Meister zu den
Schülern. Fritz hatte sich dazu die Entstehung und Bedeutung
der Kata ausgesucht. Nach kurzweiligen 90 min und vielen
Anekdoten aus seinem 50-jährigen Karateleben ging es dann
wieder in die Praxis. Die Oberstufe übte bei Fritz die Kata
Tensho (= drehende Hände) oder Rokukishu-Sho (= wechselndes
greifen). Wie die Namen schon verraten, wird bei dieser Kata
hauptsächlich mit offenen Händen gearbeitet. Dabei wird auch
die Beweglichkeit und Geschmeidigkeit der Handgelenk
trainiert. Tensho ist keine Kata die nach außen wirkt, sie
ist, wie eigentlich alle Kata, etwas persönliches. Man macht
sie zur Gesunderhaltung und zur Bildung des eigenen
Charakters.
Auch die Unterstufe durfte sich an eine
Kata trauen. Saifa (= zerreißen, zerfetzen) und deren
Anwendung stand auf dem Programm. Zur letzten gemeinsamen
Einheit wurde dann kurzerhand das Programm geändert. Fritz
schlug vor die Kata Tensho zu vertiefen und dafür auf das
Hanbo-Training zu verzichten. So wurden dann verschiedene
Anwendungen aus der Kata mit Partner geübt. Voraussetzung
war der Einsatz der offenen Hände. Dabei muss man sich schon
genau überlegen welches Ziel man angreift, denn es macht
keinen Sinn mit den Fingerspitzen zum Körper zu stoßen –
außer man hat diese ausgiebig, z.B. durch Training am
Makiwara, gestärkt.
Leider war der Lehrgang nicht so gut
besucht wie die Jahre vorher, deshalb mein Aufruf, das
nächste Jahr gemeinsam mit Fritz und Michael, das 10-jährige
Jubiläum zu feiern.
Bernd Otterstätter,
RKV-Breitensportreferent |