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Weiterer Bericht vom Lehrgang mit Patrick McCarthy in Haßloch  

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Back to the Roots
Karate als Kampfkunst mit Hanshi Patrick McCarthy

Am 9. und 10. Juni hatte der RKV zum Lehrgang mit Patrick McCarthy, 8. Dan, nach Hassloch eingeladen. Dieses Wochenende wurde zu einem Karateevent der besonderen Art.

Lange vor Lehrgangsbeginn war Patrick am Samstagmorgen in der Halle. Jeder der ca. 70 Teilnehmer wurde von ihm mit Handschlag begrüßt. Mit jedem wechselte er einige Worte und erkundigte sich nach der individuellen Motivation zum Besuch seines Trainings. Damit war ein großer Teil der sonst oft zu beobachtenden Distanz zwischen Referent und Trainierenden genommen. Es stellte sich von Anfang an eine konstruktive, lockere und dennoch respektvolle Atmosphäre ein, die den gesamten Lehrgang auszeichnete.

Nach der Begrüßung startete Patrick mit einer kurzen theoretischen Einführung in das Lehrgangsthema. Dabei nahm er Bezug auf das Bubishi. - Ein vor ca. 250 - 300 Jahren in China verfasstes Werk, das u.a. in einer Vielzahl einfacher Handzeichnungen typische Kampfsituationen darstellt. Die damals verwendeten Techniken können wir noch heute in verschlüsselter Form in unseren Kata identifizieren. Eine Auswahl der im Bubishi beschriebenen Kampfsituationen stellte Patrick in den Mittelpunkt seines Lehrgangs.

Dann ging es ans Üben. Und hier war von Anfang an eine Neuorientierung abseits eingefahrener Gewohnheiten angesagt. Alle Aktionen in der für uns eher ungewohnten Infight-Distanz sowie die Erweiterung des gängigen Karate-Repertoires um Wurf-, Hebel- und Würgetechniken stellten besondere Anforderungen an die Lernfähigkeit und das motorische Koordinationsvermögen der Teilnehmer. Immer wieder holte Patrick die Gruppe zu kurzen theoretischen Erläuterungen zusammen und würzte das Ganze mit Anekdoten aus seinen Trainings- und Studienaufenthalten in Japan/Okinawa. Ein besonderes Anliegen war es ihm, die oft starr dargestellten Grenzen zwischen den einzelnen Kampfkünsten sowie innerhalb des Karate zwischen den einzelnen Stilrichtungen zu relativieren. „Wir tun im Prinzip alle das Gleiche, nur wir betrachten es aus unterschiedlichen Blickwinkeln.“ – Eine mehrfach thematisierte These innerhalb des Lehrgangs. Der Sonntag begann mit einer Darstellung wesentlicher historischer Meilensteine des Karate, ausgehend von den Ursprüngen in China über die Weiterentwicklung auf Okinawa und später in Japan bis zur weltweiten Verbreitung durch die Instruktoren der JKA. In der Praxis standen zunächst Würfe und Bodenkampf im Mittelpunkt. Thematisch abgerundet wurde der Lehrgang am Nachmittag mit der Verteidigung gegen kombinierte Faustangriffe auf empfindliche Körperbereiche.

Dieser Lehrgang war ein Highlight innerhalb der Veranstaltungen des RKV. Selten hat man die Gelegenheit, bei einem Referenten mit einem solch umfassenden Wissen bezüglich der fernöstlichen Kampfkünste trainieren zu dürfen. Ein großes Dankeschön an den RKV und den Ausrichter 1. JJJKC Haßloch für die Ermöglichung dieses Kampfkunstevents der besonderen Art !!! – Verbunden mit der Hoffnung, dass weitere RKV-Lehrgänge ähnlicher Thematik und Qualität folgen mögen.

Andreas Balmert, SKD-Montabaur

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Zuletzt aktualisiert am 09.02.2008 20:02 Uhr

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