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Bericht vom Kata-Marathon in Rülzheim  

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„Ohne Fleiß kein Preis“: Kata-Marathon in Rülzheim

Wie in jedem Jahr zum Walpurgiswochenende – und das schon seit mehr als zwei Jahrzehnten – bot das ZKD Rülzheim auch in diesem Jahr wieder einen sehr interessanten Lehrgang an. Die Veranstaltung hat, seit sie damals ins Leben gerufen wurde, bereits mehrfach ihr Gesicht verändert. Als „Kata-Marathon“ wurde der Lehrgang in Rülzheim erst zum 2. Mal ausgetragen. Der große Zuspruch, den die Veranstaltung bisher erfuhr, spricht dabei für sich.

Lehrgangsschwerpunkt war – wie die Bezeichnung „Kata-Marathon“ vermuten lässt - die Vertiefung der Shotokan-Katas. Von frühmorgens bis zum späten Nachmittag konnten die zahlreichen Teilnehmer, die aus mehreren Bundesländern angereist waren, nacheinander bis zu 5 der beim Lehrgang angebotenen 15 Katas auswählen und diese – je nach eigenem Trainingsstand - entweder neu erlernen oder vertiefen.

Das erfolgreiche Trainerteam mit Bernd Milner (7. Dan, Bochum), Detlef Herbst (5. Dan, Lich), Pino Arcieri (5. Dan, Germersheim) und Marc Stevens (5. Dan, Belgien) übertraf alle Erwartungen. „Die Vier“ sorgten für eine glänzende Atmosphäre und durchgängig motivierte Teilnehmer bis zur letzten Trainingseinheit. Der ganz besondere Reiz bei diesem Lehrgang lag im Erleben der verschiedenen Trainertypen, die phasenweise mit sehr gegensätzlichen Perspektiven und Trainingsmethoden auffielen, sich aber gerade deshalb wiederum hervorragend ergänzten. Eines allerdings zeichnete alle vier gleichermaßen aus: Sie verfügen aufgrund ihrer langjährigen und vielseitigen Erfahrung über eine enorme, tiefgründige Kompetenz.

Bernd Milner, einst selbst erfolgreicher Wettkämpfer und heute Trainer vieler erfolgreicher Karatesportler, kann auf über 40 Jahre Karate-Praxis zurückblicken. Seine Schwerpunkte sind über das Shotokan-Karate hinaus vor allem die medizinischen Aspekte beim Kampfsport. So hat er bspw. die Ausbildung zum DKV-Gesundheitstrainer ins Leben gerufen. Viele seiner Erkenntnisse lässt er in sein Training einfließen und gibt den dankbaren Teilnehmern damit viele wertvolle Informationen mit auf den Weg – ein Genuss, bei ihm zu trainieren. Außer den Kata-Trainingseinheiten bot Bernd Milner potentiellen Dan-Prüflingen noch ein spezielles Vorbereitungstraining an, das rege angenommen wurde.

Detlef Herbst begeisterte vor allem durch seine sehr moderne Art des Trainingsaufbaus. Er versteht es ausgezeichnet, die Sportler – ausgehend von einfachen und langsam aufbauenden Vorübungen – zielgerichtet an komplexe Bewegungen heranzuführen. Seine Kenntnisse werden über die Landesgrenzen hinaus geschätzt. Neben seiner Tätigkeit als Lehrbeauftragter der sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Gießen ist er daher seit einiger Zeit auch Kata-Bundestrainer in Luxemburg.

Pino Arcieri und Marc Stevens legten in ihrem Training völlig andere Schwerpunkte. Die Karate-Techniken in den Katas funktionsorientiert auszuführen und anschließend beim Bunkai wirksam einsetzen zu können, war das vorrangige Ziel. Das Training beider fasziniert besonders durch die Demonstration der Kampfsituationen. Es reißt die Teilnehmer vor allem deshalb mit, weil ersichtlich wird, dass die Techniken auch bei schneller, kraftvoller Ausführung unter Berücksichtigung realistischer Distanzen tatsächlich anwendbar sind. Das Bunkai der Kata Gangaku in Pinos Training beispielsweise werden die Teilnehmer so schnell sicherlich nicht vergessen.

Wollte man – obwohl allen vier Trainern in dieser Hinsicht gleichermaßen ein großes Kompliment gebührt - doch noch einen als Motivationskünstler besonders hervorheben, dann ist es sicherlich Marc Stevens, der wesentliche Details – manchmal auch mit einem Touch Humor versehen - den Teilnehmern nahe zu bringen versteht und sie so zu vollem Einsatz anspornte. Er verlieh der gesamten Veranstaltung gewissermaßen auch noch eine internationale Note.

Interessierte Trainer hatten zudem die Möglichkeit, sich neben dem Kata-Training im Rahmen von zwei 75-minütigen Trainer-Workshops von Detlef und Pino wertvolle Tipps für ihre eigene Trainertätigkeit geben zu lassen. Während Detlef den Workshop-Teilnehmern interessante Einblicke zur Rhythmisierung im Kata-Bereich verschaffte, präsentierte Pino Ausschnitte seines selbst entwickelten Kihons zur Festigung charakteristischer Katasequenzen.

Der anschließenden Dan-Prüfung stellten sich 13 Kandidaten, davon 4 aus Rheinland-Pfalz. Marco Freiberger, Marc Völkers (beide Germersheim) und Thorsten Kapp (Traben-Trarbach) bestanden die Prüfung zum 1. Dan. Die erfolgreiche Kata-Athletin Desirée Titz (Germersheim), Drittplatzierte im Kata-Einzel bei den Deutschen Meisterschaften 2007, legte an diesem Tag die Prüfung zum 2. Dan ab.

Martin Hartung (Pressereferent SKR Germersheim)

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Zuletzt aktualisiert am 09.02.2008 20:02 Uhr

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