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Karate meets SV
Teil 1 der Seminarreihe
Karate-Selbstverteidigung mit Frank Sattler und Dietmar
Berger in Frankenthal
36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten
die beiden Thüringer SV-Experten am 3. und 4. Februar im
Landesleistungszentrum des RKV begrüßen. Thema des
Wochenendlehrganges waren die Grundlagen karatespezifischer
Selbstverteidigung gegen Belästigungen und Angriffe ohne
Waffen. Im Theorieteil stellten beide Referenten die
physischen und psychischen Anforderungen in
Notwehrsituationen in den Mittelpunkt und leiteten daraus
Inhalte und Methoden der dreiteiligen Seminarreihe ab. Dann
ging es ans Üben. Zusammen mit dem Partner oder in kleineren
Gruppen erarbeiteten wir uns ein erstes Repertoire einfacher
Selbstverteidigungstechniken, die wir nun an interessierte
Karateka unserer Heimatdojos weitergeben werden: -
Bereitschaftsstellung und Kampfstellung, - Führung des
Körperschwerpunktes, Bewegung im Raum, - Griffe, Schläge,
Stöße, Tritte zu empfindlichen Punkten und Bereichen, -
Schlagen mit variabler Distanz und maximaler Wirkung auf
sich nähernde Ziele (Pratzentraining), - Impulsblöcke, -
Aktionen gegen Festhalten, Klammern und Würgen, - Fallschule
und Abwehr in der Bodenlage. Fast alle Punkte sind in Kihon,
Kumite und Kata der unterschiedlichen Karatestile zu finden.
Oft sind Variationen erforderlich, um aus den Techniken des
sportlichen Karate effektive SV-Strategien abzuleiten. Hier
setzten Frank und Dietmar den Schwerpunkt des Seminars. Wie
so oft im Karatetraining begannen die Schwierigkeiten, als
langjährig eingeschliffene Bewegungsmuster verändert werden
mussten: Das wurde uns drastisch klar, als es galt, einen
realitätsnah angreifenden Gegner mit einer einzelnen,
konsequenten Technik aus einer neutralen Stellung ohne
Stepp, Finte, Ausholbewegung, etc. zu stoppen. Eine Aufgabe,
die von uns geduldiges Üben und von den Referenten eine
ganze Reihe korrigierender Hilfestellungen abverlangte.
Dabei war doch „nur“ das Ippon-Prinzip des traditionellen
Karate praktisch umzusetzen. Ähnliche Situationen ergaben
sich im Laufe des Seminars immer wieder. Regelmäßig wiesen
uns Frank und Dietmar auf die gemeinsame Basis von Karate
und Selbstverteidigung hin und gaben Hilfestellung, um
jahrelang geübte Karatetechniken für das Handeln in
Notwehrsituationen zu erschließen. Am Sonntagmittag war
jedem klar: Karate bietet ein weites Spektrum, um in
brenzligen Situationen angemessen zu reagieren. Jedoch ist
ein spezielles Training jenseits des sportlichen Karates
unerlässlich. – Man fährt ja auch mit einem Rallyauto keine
Formel-1-Rennen. Last but not least gilt es Peter Rau für
die gastliche Aufnahme und Bewirtung im
Landesleistungszentrum zu danken. Wir haben uns die
eineinhalb Tage in Frankenthal sehr wohl gefühlt und hoffen,
dass sich dieser Lehrgang im Terminkalender des RKV
etablieren wird.
Andreas Balmert SKD-Montabaur |