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Bericht vom Trainerseminar mit LT Pino Arcieri in Worms  

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Trainerseminar mit RKV Kata-Landestrainer Pino Arcieri in Worms

Erneut fand in Worms ein Trainer Seminar unter Leitung von LT Pino Arcieri statt. Der Landestrainer des RKV stellte an zwei Tagen interessierten Trainern des Verbandes sein persönliches Trainingskonzept vor. Ein Ziel war die Überprüfung und Optimierung der eigenen Trainingsmethodik und damit eine Effizienzsteigerung des Trainings. Um eine möglichst hohe Effektivität zu gewährleisten waren nur maximal 25 Teilnehmer zugelassen. Da wegen der großen Nachfrage das Seminar bereits Wochen vorher ausgebucht war, ist allen weiteren Interessenten nur zu empfehlen sich frühzeitig zu diesem herausragenden Seminar anzumelden.

In einer einführenden Gesprächsrunde wurde Rahmenbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten sowie besondere Probleme und Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen diskutiert.

Schwerpunkt des ersten Tages war es, zu vermitteln, wie Kinder mit Hilfe des Karatetrainings, zu einer häufig vernachlässigten Selbstdisziplin herangeführt werden können. Dabei ist eines der wichtigsten Ziele, die Konzentrationsfähigkeit der Kinder auf die Ausführung der Techniken, aber auch auf das Training insgesamt, zu erhöhen . Als wesentliche Elemente dienen dazu Rituale wie z.B. der An- und Abgruß vor und nach dem Training und beim Partner.

Im praktischen Teil wurde das von Landestrainer Pino Arcieri entwickelte Trainingskonzept vorgestellt, welches Kihon-, Kata- und Kumiteübungen für Anfänger bis zum Gelbgurt beinhaltet.

Bei dem vorgestellten Konzept wird der Trainingsschwerpunkt auf die korrekte Ausführung der Techniken gelegt. Somit wird von Anfang an eine solide Basis geschaffen, auf die sich immer weiter aufbauen lässt. Hierzu werden die Bewegungen (zunächst nur Arm- und Fußtechniken, später mit Grundstellungen und Schritten) in Einzelsequenzen zerlegt und nach und nach – nicht in einer Trainingseinheit, sondern über einen längeren Zeitraum - wieder zu einer Technik zusammengefügt Die Techniken werden zuerst im Stand, dann mit Einzelschritten und später, als mehrere aufeinander folgende Techniken ausgeführt.

Auch Kumite-Übungen werden auf diese Weise trainiert, wobei die Trainingspartner so weit voneinander entfernt sind, dass eine Berührung ausgeschlossen ist. Erst wenn die Schüler die Übungen weitgehend beherrschen, wird die Distanz zwischen den Trainingspartnern kontinuierlich verringert.

Ein Modell zur Motivation der Karateschüler wurde abschließend noch vorgestellt. Als Grundlage dient die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche durchaus Leistungsvergleiche suchen und sich messen möchten. Im Training kann deshalb durch den Trainer eine wettkampfähnliche Situation erzeugt werden, in der zwei oder mehrere Schüler gleichzeitig kurze Übungen mit vorgegebener Aufgabenstellung vorzuführen haben. Es können durchaus beide „gewinnen“, wenn beide die Aufgabe erfüllen, aber auch beide „verlieren“. Die Entscheidung über Gewinner und Verlierer trifft die Gruppe, so dass diese weiterhin aufmerksam bleiben muss. Wichtig ist hierbei die Objektivität des Trainers.

Am zweiten Tag brachte uns Pino das von ihm entwickelte Kihonkonzept nahe, mit dem Fortgeschrittene und Leistungsinteressierte wesentlichen Elemente der Katas als Kihon trainieren können.

Auch für die im allgemeinen bei den Karate-Schülern „ungeliebten“ Fußstellungen Kokutsu-dachi und Kiba-dachi – die zugleich bei der Vermittlung an die Schüler so manchem Trainer Kopfschmerzen bereiten – hatte Pino noch einen methodischen Kniff parat, den er den Teilnehmern mit auf den Weg gab.

Während des gesamten Seminars wies Pino immer wieder darauf hin, dass im Vordergrund eines jeden Trainings die korrekte Ausführung der Bewegungen steht, die von den Schülern permanent gefordert werden muss. Die Wiederholung der Übungen zur Vertiefung – oft auch in etwas abgewandelter Form, ohne dabei die Grundprinzipien zu verlassen – dominiert den Trainingsaufbau. Abwechslungsreiches Karate-Training soll dabei vor allem durch die Übungsvielfalt erzielt werden und nicht etwa durch sogenannte „Kleine Spiele“ oder die häufige und meist viel zu frühe Einführung in immer wieder neue Katas.

Formal war das Seminar in zwei Teile gegliedert (Anfängertraining und Wettkampfsport) und sprach dann auch die Trainer mit verschiedenen Interessenschwerpunkten an.

 

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Zuletzt aktualisiert am 09.02.2008 20:03 Uhr

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