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2.BREITENSPORTLEHRGANG MIT
BERND OTTERSTÄTTER IN DAUN

Zum zweiten Mal folgte der
Breitensportreferent des RKV der Einladung des Karate Dojo
Vulkaneifel nach Daun, um einmal mehr spezielle
Trainingsinhalte des Karate an den Mann und die Frau zu
bringen.
Die Ausschreibung versprach diesmal jeder
Trainingsgruppe 3 Einheiten, wobei die erste und letzte
Einheit des Tages gemeinsam auf den Tatamis durchgeführt
wurde.
Pünktlich um 10.00h begrüßte Dojoleiter
Volker Bernardy die Lehrgangsteilnehmer und natürlich auch
den Referenten Bernd Otterstätter (5.DAN), der sogleich
loslegte und mit außergewöhnlichen Aufwärmübungen nicht nur
die Jüngsten begeisterte.
Schnell verstand man, dass diese Übungen
gezielt an das Thema "Selbstverteidigung in der Bodenlage"
angelehnt waren. Während der interessanten Übungsformen wies
Bernd immer wieder darauf hin, dass es sich bei diesen Übungen
um 'Verteidigungsformen' handle und diese mit Sorgfalt und
Umsicht geübt werden müssten. Es sei nicht das primäre Ziel
der Selbstverteidigung, den anderen zu 'vernichten', sondern
vor allem die Situation zu kontrollieren. "Kampfkunst kommt
von Können" und demnach müsse auch die Strategie des
Verteidigers aufgebaut sein. Mit entsprechender Umsicht
könnten so auch Konflikte vermieden oder aber weniger brutal
gelöst werden, so der Referent.
In der zweiten Einheit hatte sich Bernd für
die Unterstufe das Bunkai der Technik Age-Uke vorgenommen und
entwickelte hieraus realistische Anwendungen, die mit
detaillierten Erläuterungen auch von den Kleinsten umgesetzt
werden konnten. In dieser Einheit erklärte er auch, dass der
Begriff Bunkai meist falsch verwendet wird. Bunkai meint
nämlich nicht die Anwendung der Technik oder einer
Kata-Sequenz, sondern die Beschäftigung damit. Man "übt" also
schon Bunkai, wenn man sich "nur" damit beschäftigt, wie man
z. B. eine Technik effektiver ausführen kann, um diese
gesünder, stärker oder auch schneller zu machen.
Auch die Oberstufeneinheit hatte den
Schwerpunkt 'Realistisches Bunkai' und man übte anschaulich
mit stellenweise komplexen, aber nachvollziehbaren Beispielen
aus den Kata Bassai & Itosu no Passai, sowie Sequenzen aus
Jion und Kanku. In den kurzen Pausen zwischen den einzelnen
Sequenzen vermittelte Bernd ebenfalls noch Wissenswertes zur
geschichtlichen Entwicklung des Karate. Hier zeigte er vor
allem die Unterschiede der neueren, japanischen (Sport-)Varianten
und der okinawanischen Versionen auf.
Gedan Barai: "mehr als ein Block" - hieß es
in der letzten Einheit, die dann wieder alle zusammen
angingen. Gerade mit dem im Kihon des Shotokan am häufigsten
eingesetzten Block lassen sich viele Vital- und
Akupunktur-Punkte erreichen, die dem Gegner kurz- und/oder
langfristig Schmerzen verursachen und ihn im Idealfall von
weiteren Angriffen abhalten können. Diese These untermauerte
Bernd wieder mit vielen Demonstrationen und fundierten
Erläuterungen.
Zum Abschluss richtete Bernd vor allem an
die zahlreichen Trainer den Appell, einige Griffe und
Bewegungen mit ins reguläre Training einzubauen, um einerseits
nicht aus der Übung zu kommen, andererseits das eigene und das
Spektrum der Schülern zu erweitern und letztlich durch die
Übungen die eigenen Erkenntnisse zu erweitern.
Für die Teilnehmer, vor allem aber für die
Trainer zeigten sich an diesem Lehrgangstag wieder einmal viel
interessante Aspekte und Möglichkeiten unserer Kampfkunst.
Ein Dankeschön geht nicht nur an unseren
Referenten Bernd der für einen sehr interessanten Tag sorgte
und an die angereisten Teilnehmer, sondern auch an die vielen
fleißigen Helfer des Dojo Vulkaneifel für die gute
Organisation und die Sorge um das leibliche Wohl.
Martina Bernardy, Karate Dojo
Vulkaneifel |