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Eindrücke zum RKV-Breitensportlehrgang in Haßloch
Schon nach der ersten
Lektüre der Ausschreibung war mir klar, hier wird eine im
Vergleich mit den landauf landab üblichen Lehrgängen
ungewöhnliche Thematik aufgegriffen: Selbstverteidigung ohne
karatefremde Anleihen, unmittelbar aus unseren Kata
abgeleitet. Dies waren mir die 200 Kilometer nach Haßloch
wert. Um es vorweg zu nehmen, der Tag wurde für mich zu einem
besonderen Erlebnis und nimmt unter meinen bisher besuchten
Lehrgängen sicherlich eine Spitzenposition ein.
Zunächst begann alles
eher unspektakulär: Kurzes Aufwärmtraining, Kataablauf,
Standardbunkai. Für mich änderte sich das abrupt, als Bernd
begann, die Bedeutung der verschiedenen Katatechniken im
Detail zu hinterfragen und alternative
Interpretationsmöglichkeiten aufzuzeigen: Hier kamen zu den
typischen Schlag-, Tritt- und Blocktechniken u.a. eine ganze
Reihe ungewöhnlicher Hebel- und Wurfanwendungen hinzu. Und
zwar nicht irgendwelche realitätsferne Gimmicks mit
publikumswirksam inszenierter Choreografie, sondern
hocheffektive und trotzdem einfache Techniken, die sich als
Selbstverteidigung gegen reale Angriffe unmittelbar einsetzen
lassen.
Ergänzt wurde das Ganze
durch eine kurze Einführung in die Fallschule und einen
Einblick in die Verteidigungsmöglichkeiten aus der Bodenlage.
Qi Gong als abschließende Einheit bei Elke Otterstädter gab
mir nach einem langen, auch kognitiv anstrengenden
Lehrgangstag Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und mental
abzuschalten.
Ein wirklich spannender
und lehrreicher Tag. - Die Bereitschaft vorausgesetzt, das
übliche Sportkarate mal ein paar Stunden hinter sich zu
lassen, eine Anfängerrolle zu akzeptieren und neue Impulse
vorbehaltlos anzunehmen.
Ich hoffe sehr, dass sich
dieser Lehrgang in den kommenden Jahren im Angebot unseres
Landesverbandes etabliert. Vielleicht ist es 2006 möglich, den
Lehrgang für die Nordlichter im RKV etwas zentraler
durchzuführen (idealerweise nördlich der Nahelinie).
Andreas Balmert
SKD-Montabaur |