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Bericht vom RKV-Breitensportlehrgang in Haßloch  

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Breitensportlehrgang SB/SV, Bunkai Jutsu in Haßloch



Am Samstag dem 04.06.05 fand in Hassloch ein Lehrgang der besonderen Art statt. Besonders zum einen in der Zusammenstellung der Themen und auch in der Themenauswahl. Zum einen ging es um Karate als Selbstverteidigung, dann um Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Frauen und Mädchen und zuletzt noch eine Einheit Qi Gong.

Eingeladen hatten die beiden Hasslocher Trainer(in)Elke und Bernd Otterstätter (3. bzw.5 Dan Shotokan). In einem theoretischem Teil von einer Stunde erläuterten beide die Gründe die zu diesem Lehrgang führten, bzw. die Inhalte die sie vermitteln wollten.

Bei Bernd ging es um Karate als Selbstverteidigung, basierend auf Kataanwendungen. Übliches Bunkai erklärt die Katasequenzen als Abwehr und Konter gegen Karatetechniken (Oi-Zuki, Mae-Geri, usw.). In der Realität wird aber in den seltensten Fällen auf diese Weise angegriffen. Da  aber Karate früher reine Selbstverteidigung war, wurden Techniken entwickelt und in den Kata aufgezeichnet, mit denen man sich auch in der Wirklichkeit effektiv verteidigen konnte. Die Möglichkeiten realistischer Kataanwendungen wollte Bernd aufzeigen und wählte dafür den Begriff „Bunkai Jutsu“. Als Beispiele dienten ihm in der ersten Einheit die Anfangssequenzen der ersten drei Heian Kata. Zuerst wurde immer ein Standard-Bunkai geübt, danach folgten jeweils zwei weitere Anwendungsbeispiele gegen andere Angriffsarten, wie Greifen, Schwinger, Würgen etc.

Dabei wurde offensichtlich das viele Techniken nicht nur als Block und Schlagtechniken gedeutet werden können. Im Gegenteil, viele sind sehr effektive Befreiungstechniken gegen Griffe, können als Hebel genutzt werden und sind letztendlich häufig auch Würfe. Für viele Teilnehmer zeigte sich hier ein neuer Aspekt und neue Möglichkeiten für ihr Karatetraining. Dies Aufzuzeigen war auch die Intension von Bernd.

Zeitgleich gab Elke eine Einheit Selbstbehauptung für Mädchen und Frauen. Hier ging es in erster Linie nicht um das vermitteln von SV-Techniken, sondern um das Erkennen, Vermeiden von kritischen Situationen, bzw. um das richtige Verhalten in solchen. In Rollenspielen wurde das Finden und Bewahren der richtigen Distanz eingeübt. Für viele Mädchen war dies inspirierend da sie hier lernten durch richtiges Auftreten Stärke auszudrücken.

In der Nachmittagseinheit für die Oberstufe wurde das Thema Karate SV von Bernd, anhand der beiden Kata Tekki Shodan und Kanku Dai, erläutert. Auch nutzte er eine Sequenz und Anwendung aus einer alten Version, der Kushanku (urspr.Name für Kanku), um die Veränderung der Kata zu demonstrieren.

Parallel wurde im Unterstufentraining von Elke das selbe Thema anhand der Heian Kata weiter vertieft.

Danach gab es für alle noch eine schweißtreibende Einheit. Zuerst musste der Partner durch Körperbewegungen und auch Krafteinsatz zu einem vorher festgelegten Punkt in der Halle gebracht werden. Es wurden dann Befreiungstechniken aus der Bodenlage geübt. Weiter folgten Techniken aus Bodenlage gegen Tritte. Das Ganze wurde intensiv geübt und brachte für Angreifer und Verteidiger häufigen Bodenkontakt.

Als Abschluß wurde uns von Elke noch Qi Gong nahegebracht. Nach der intensiven Körperarbeit in der vorherigen Einheit, war die daraus resultierende geistige und körperliche Entspannung sehr wohltuend.

Als allgemeines Resümee bleibt festzuhalten das dieser Lehrgang für viele sehr inspirierend war und sie mit neuen Erkenntnissen den Heimweg antreten konnten. Man kann nur auf eine Wiederholung im nächsten Jahr hoffen.

Walter Klein

© 2006 by RKV

Zuletzt aktualisiert am 09.02.2008 20:03 Uhr

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