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Zeltlager ohne Zelte
2004: zum 9. Mal mit dem Polizei-SV Trier 1926 e.V. Abteilung
Karate im Waldjugendlager Irrel an der Prüm
Irrel ist ein kleiner Ort an der Prüm, zwischen Bitburg und
Echternach im deutsch-luxemburgischen Grenzgebiet gelegen.
Einst
war dieser Ort Teil des Westwalls und kann heute noch einige
gut erhaltene Bunker und Geschütztürme aufweisen, die von der
hiesigen Feuerwehr ehrenamtlich in Schuss gehalten und
Besuchergruppen nach Absprache gern zugänglich gemacht werden.
Heute ist der Ort Irrel ein beliebtes Reiseziel für Touristen.
Er bietet reichhaltige Möglichkeiten, Sport zu treiben. Neben
dem heute schon üblichen Einsatz des Mountainbikes können hier
auch andere Elemente erlebt werden. Das Wasser der Flüsse Prüm
und Sauer bietet sich für Kanu- oder Kajaktouren an, die Berge
ermöglichen es, sich mit einem Gleitschirm in die Lüfte zu
erheben und natürlich können die Berge auch zum Klettern oder
Wandern genutzt werden. Highlights hierbei sind sicherlich die
Teufelschlucht und die Wasserfälle.
Jedes Jahr aufs Neue wird
Irrel auch von den Kindern und Jugendlichen der
Karateabteilung des Polizei-SV Trier 1926 e.V. heimgesucht.
Leider wird die Vokabel heimsuchen all zu schnell negativ
ausgelegt, aber in unserem Fall bedeutet sie genau das, was
die beiden Bestandteile des Wortes ausdrücken: Ein Heim
suchen
. Das Waldjugendlager Irrel ist Ziel und Heim für 3
oder auch 4 Tage. Wenn man weiß, wie gut es den Kindern und
Jugendlichen jedes Jahr in Irrel gefällt, dann sind folgende
Fragen auch nicht weiter verwunderlich: Markus, ist dieses
Jahr wieder Zeltlager?, Rudi, wann fahren wir denn dieses
Jahr nach Irrel? Mit diesen und ähnlichen Fragen wird man als
Ansprechpartner in der Karateabteilung des Polizei-SV Trier
1926 e.V. immer zu Beginn eines neuen Jahres konfrontiert. Der
Termin für die Fahrt nach Irrel steht natürlich schon seit dem
Ende des letzten Zeltlagers fest, Ja, an Fronleichnam ist es
wieder so weit!, kann da die Antwort nur lauten. Die
Vorbereitung hat natürlich auch schon lange begonnen, denn
auch wenn es sich nur um ein paar Übernachtungen handelt, muss
doch viel organisiert, besorgt und delegiert werden. Die
Leistung, welche das Organisationsteam jedes Jahr vollbringt,
sollte daher nicht unterschätzt werden. Denn jedes Jahr wollen
20 40 Kinder und Jugendliche über die Tage des Zeltlagers
ohne Zelte versorgt und bei Laune gehalten werden. Nach dem
herrlichen Wetter im Jahr 2003 war dieses Jahr leider Regen
angekündigt. Da das Waldjugendlager Irrel nicht über einen
befestigten Versammlungsraum verfügt, ist bei Regen nicht an
viel Aktivität in der ganzen Gruppe zu denken. Dann wird an
diversen Tischen Mau-Mau oder auch Uno gespielt, wem die
Regeln nicht bekannt sind, der bekommt direkt mal eine Karte
wegen Unwissenheit! Wie viel Spaß doch so ein einfaches
Kartenspiel machen kann, ganz ohne Strom, X-Box und
Fernsehgerät
Man kann sich tatsächlich auch mit anderen
Menschen amüsieren! Das Gruppengefühl ist eins der wichtigsten
Dinge in diesen paar Tagen. Jeder kann und muss sich
einbringen, ob beim Holzhacken für die lange Nacht am
Lagerfeuer, oder in der Küche, um für das leibliche Wohl zu
sorgen und natürlich muss auch immer mal wieder gespült
werden. Die meisten Kinder und Jugendlichen sind aber vom
Spülen wenig fasziniert, da folgen alle lieber dem Aufruf die
WC-Einrichtung mit dem Wasserstrahl zu säubern, oder eine
Grube für die anfallenden Essensreste auszuheben. Aus dieser
Auflistung kann man wohl schon ableiten, dass es eigentlich
nie langweilig wird und für Abwechslung immer gesorgt ist!
Das Tagesprogramm ist in
seinen Grundzügen immer gleich, nur die Inhalte variieren
leicht. Donnerstag gegen 14h reisen die Teilnehmer an, nachdem
die Betreuer am Abend vorher schon einmal die Landschaft um
die Feuerstelle herum auf Stolperfallen wie Bänke und Tische
abgesucht haben
Der Nachmittag ist dann zur Akklimatisierung
vorgesehen, nachdem die Hüttenaufteilung vorgenommen und die
Lagerordnung verkündet wurden, sind immer mal wieder
Überraschungsinspektionen notwendig um diverse Gameboys,
CD-Player, Zeitschriften wie Bravo und Bravo Girl,
überflüssige Süßigkeiten und ähnliches zu beschlagnahmen und
ihrer weiteren Verwendung zuzuführen. Am Abend des ersten
gemeinsamen Lagertags wartet das langersehnte Lagerfeuer auf
alle. Es wird zum ersten Mal gegrillt, und ob Vegetarier oder
Fleischesser, alle werden satt. Hin und wieder bleibt sogar
etwas übrig, das sich die Nachtwache für die Zubereitung zur
späten Stunde sichert. Am ersten Abend ist der Energiespeicher
der Kinder und Jugendlichen natürlich noch recht voll, daher
müssen noch einige Spiele vorbereitet sein, um den
Bewegungsdrang aller zu stillen. Schnell haben die alten
Hasen den Neulingen erklärt, wie es hier läuft und was man
besser nicht machen sollte. Daher ist auch kaum Stress zu
befürchten und ordnender Eingriff der Betreuer bleibt eine
Seltenheit. In diesem Jahr musste die für Donnerstagnacht
geplante Nachtwanderung leider aufgrund des einsetzenden
Regen- und Hagelschauers ersatzlos vom Veranstaltungskalender
gestrichen werden.
Der Freitag ist von Spielen,
Bastelaktionen und kleinen Ausflügen zu den Wasserfällen
geprägt. Nachdem das Mittagessen eher mager ausgefallen ist,
war eigentlich schon jedem klar, dass am Abend wieder etwas
ganz besonderes auf der Speisekarte stehen würde. Selbst
gemachte Hackfleischscheiben, die mit verschiedenen
Garnierungen und einem Brötchen zu Hamburger oder Chessburger
gemacht werden konnten. Zwischendurch war immer mal wieder
Zeit für Tischtennis, Volleyball oder andere Gruppenspiele.
Der Samstag beinhaltete
einen für unsere Zeltlager eher ungewöhnlichen Programmpunkt.
Einen Lehrgang mit Bundestrainer Karamitsos in Konz, welcher
anlässlich der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der
Abteilung Karate der TG Konz und dem 25-jährigen Jubiläum des
Rheinland-Pfälzischen Karate Verband e.V. ausgerichtet wurde.
Dazu mussten natürlich erst einmal 30 Leute plus Gepäck und
Verpflegung von Irrel nach Konz verfrachtet werden, was schon
mal 60 min. (mit ein- und auschecken) in Anspruch. Im ersten
Training der Unterstufe wurden die schon lange erwarteten
Erschöpfungserscheinungen bei den Kindern und Jugendlichen
sichtbar. Alle hatten schließlich schon zwei aufregende Tage
und Nächte hinter sich. Nach der Rückkehr ins Waldjugendlager
Irrel war nur noch eines wichtig: Was gibt es zu essen? Eine
große Portion Kohlehydrate (Spagetti) hatten sich nun alle
redlich verdient. Wer noch genug Energie hatte, konnte beim
abendlichen (Spiele-)Programm auch diese schnell zur
Erschöpfung bringen.
Sonntags war wieder einmal
ein schöner Tag, etwas kühl vielleicht, aber mit der
aufgehenden Sonne war auch dieses Problem nicht mehr
vorhanden. Nach einem mehr oder weniger zahlreich besuchten
Frühstück manche haben nur auf den Sammelruf gewartet, um
aus ihren Schlafsäcken direkt auf die Sitzplätze an der
Frühstückstafel zu sprinten hatten alle noch etwas Zeit,
richtig aufzuwachen. Dann war es an der Zeit, den Zeltplatz
für die Ankunft von Mama und Papa vorzubereiten, d.h. die
Putzkommandos wurden über Feld, Wald, Wiesen und in die Hütten
entsandt, um bis zur angekündigten Abnahme der Hütte alles
ordentlich und gepflegt erscheinen zu lassen.
Wie jedes Jahr ist der
Abschied aus diesem Paradies bei Irrel schwer gefallen und das
bestimmende Thema der nächsten Tage und Wochen war unsere
Zeltlager ohne Zelte im Waldjugendlager Irrel. Bevor ich es
vergesse, das Waldjugendlager Irrel verfügt über zu
Unterkünften hergerichtete Köhlerhütten, daher werden hier zum
Zelten keinerlei Zelte benötigt!
J
Thomas Hild
Polizei-SV Trier 1926 e.V. Abteilung Karate |