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Kihon-Kata-Kumite
mit Franz Bork und Gunar Weichert
Am 13./14.11.04 hatte das SKD-Montabaur zum Lehrgang
eingeladen. Thema war die ganzheitliche Erarbeitung der Bezüge
zwischen Grundschule, Kata und Kumite. Mit Franz Bork und
Gunar Weichert wählte das ausrichtende Dojo zwei Referenten,
die innerhalb der Stilrichtung Shotokan unterschiedliche
Schwerpunkte hinsichtlich der Trainingsinhalte und -methoden
setzen. Zielsetzung war eine umfassende Darstellung des
Lehrgangsthemas aus verschiedenen Blickwinkeln.
Gunar begann in der
Unterstufe mit Grundschulübungen zur Vorbereitung von Heian
Nidan. Im Anschluss waren Partnerübungen angesagt. Hier
trainierte Gunar mit der Gruppe einfache
Anwendungsmöglichkeiten der Grundschultechniken in Kumite und
Selbstverteidigung. Im weiteren Lehrgangsverlauf wurde der
Kata-Ablauf zunächst in Sequenzen entwickelt. Den Teilnehmern
stellte sich die anspruchsvolle Aufgabe, die einzelnen
Sequenzen unter Anleitung des Referenten im Bunkai umzusetzen.
Zum Abschluss wurden die Kata-Sequenzen zur Heian Nidan
zusammengefügt und der Kata-Ablauf weiter gefestigt.
Dem Oberstufentraining
legte Gunar eine ähnliche Struktur zu Grunde. Hier stand Jion
im Mittelpunkt des Geschehens. Nach kataspezifischer
Grundschule und deren Umsetzung im Kihon-Ippon- und
Jiyu-Ippon-Kumite sowie Zusammenführen und Festigen des
Ablaufs führte Gunar eine zum Bunkai hinführende Kurzform der
Jion ein. Dabei wurde das Anwendungsprinzip - Verteidigung
gegen Angriffe aus 8 Richtungen - unmittelbar klar. Zum
Abschluss des Lehrgangs war die Kata entsprechend dem Embusen
der Kurzform in 3er Gruppen zu interpretieren - eine sehr
anspruchsvolle Aufgabe, die neben den motorischen auch
erhebliche mentale Leistungen abverlangte.
Franz begann in der
Unterstufe mit einfachen Grundschul-Einzeltechniken. Hier
wurden die grundsätzlichen Bewegungsmuster aufgearbeitet und
verfeinert. Besonderen Wert legte der Referent dabei u.a. auf
die korrekte Faustführung beim Zuki, die Hüftstellung bei den
Block- und den Kontertechniken sowie die Fuß- und Knieführung
beim Vorgehen in Zenkutsu-Dachi. Die intensive, auch mental
fordernde Arbeit an den motorischen Details wurde dabei immer
wieder durch spielerische Elemente am Partner aufgelockert. Im
weiteren Verlauf wurde Uraken als für viele Unterstufler
ungewohnte Technik in der Grundschule erarbeitet und in
Kombination mit Mae-Geri im Partnertraining ausgebaut.
Konsequent ersetzte Franz bei der Heian-Shodan die Oi-Zuki
durch Uraken. Die Teilnehmer erhielten zum Abschluss die
schwierige Aufgabe, die in der Grundschule optimierten
Techniken möglichst ohne Qualitätsverlust in der Kata
umzusetzen.
Auch die Oberstufe wurde
zunächst mit vordergründig einfachen Basistechniken
konfrontiert. Dem technischen Niveau der Gruppe entsprechend,
thematisierte Franz hier technikübergreifende Prinzipien des
Karate: Ganzkörperspannung, Ganzkörperbewegung, Konzentration
auf den Punkt - das Ganze ergänzt durch den bewussten Wechsel
von Spannung und Entspannung. Diese Prinzipien waren im
Anschluss von den Teilnehmern in der Heian-Shodan möglichst
konsequent darzustellen. Im weiteren Verlauf fügte Franz die
Grundtechniken ergänzt durch Shuto-Uchi, Haito-Uchi und
Empi-Uchi zu komplexen, für viele Teilnehmer ungewöhnlichen
Kombinationen zusammen. Zum Abschluss waren die Kombinationen
als Partnerübung unter Beachtung der o.g. Prinzipien zu
demonstrieren. - Eine Aufgabe, die die Gruppe an die Grenze
ihrer mentalen Belastbarkeit führte.
Erwartungsgemäß, griffen
beide Referenten das Lehrgangsthema mit inhaltlich und
methodisch verschiedenen Ansätzen auf, ohne das gemeinsame
Ziel aus den Augen zu verlieren. Die weitaus meisten
Teilnehmer nutzten das Angebot beider Referenten, Bekanntes
aufzufrischen aber auch neue Eindrücke außerhalb des gewohnten
Trainingsstils zu sammeln und sind auf dem langen Weg, Karate
in seinen vielfältigen Ausprägungen zu verstehen, sicherlich
ein Stück weiter gekommen.
Andreas Balmert
SKD-Montabaur |